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EU und Australien schließen ein wegweisendes Handelsabkommen: weniger Zölle, bessere Marktchancen und erleichterter Zugang zu Rohstoffen.
Nach langjährigen Verhandlungen haben sich die EU und Australien am 24. März 2026 auf ein Handelsabkommen geeinigt und dieses unterzeichnet. Das Abkommen hat insbesondere für Australien Bedeutung: die EU ist nach Japan und China der wichtigste Handelspartner. Aber auch die EU erhofft sich von der Durchsetzung eine Exportsteigerung von bis zu 33 %. Der Vertrag reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen der Union ein, die die Diversifizierung ihrer Handelsbeziehungen fördern soll. Erst Anfang des Jahres wurde ein Freihandelsabkommen mit Indien vereinbart (mehr dazu: EU–Indien-Abkommen: Neuer Zugang zum Wachstumsmarkt), das Mercosur Abkommen tritt teilweise ab Mai 2026 (vorläufig) in Kraft.
Durch das Abkommen werden Zölle weitestgehend entfallen, außerdem werden Dienstleistungserbringungen erleichtert, Investitionen gefördert und weitere Handelshemmnisse verringert. So wird auch der Zugang zu strategischen Rohstoffen wie seltene Erden und Lithium für EU-Unternehmen verbessert. Besonders Maschinenbau, Chemie, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft sollen von dem Vertrag profitieren. Zusätzlich wurde neben den Handelserleichterungen eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft beschlossen. Umfasst sind davon u.a. strategische Koordinierung, Stärkung der Zusammenarbeit bei Krisenbewältigung, Kooperationen (insb. im Rahmen neuer Bedrohungsfelder wie Cybersicherheit, hybride Bedrohungen und Informationsmanipulation) sowie die Zusammenarbeit im Rahmen neuer und disruptiver Technologien (wie KI). Dabei soll ein flexibler Ansatz genutzt werden, um auf Sicherheitsbedürfnisse agil eingehen zu können.
Das Abkommen muss noch durch die EU und Australien ratifiziert werden. Wir erwarten, dass die erforderlichen rechtlichen Überprüfungen einige Monate in Anspruch nehmen werden, sodass mit einem Inkrafttreten der Vorschriften erst in 2027 zu rechnen ist. Das Abkommen dürfte gerade auch der Deutschen Exportwirtschaft dienen, so sollen nach Inkrafttreten über 99 % der Zölle auf EU-Exporte nach Australien abgeschafft werden.
Die neuen Regelungen bieten nicht nur Risiken, sondern vor Allem auch Chancen. Auch wenn der Wettbewerbsdruck steigt und regulatorische Divergenzen zwischen der EU und Australien bestehen, wird der Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Kobalt und Lithium erleichtert. Unternehmen sollten daher bereits jetzt ihre Lieferketten, Zollprozesse und Compliance-Maßnahmen überprüfen, um, an den potenziellen Chancen von Anfang an partizipieren zu können. Gerne unterstützen wir Sie dabei, aufzuzeigen, wie Ihr Unternehmen konkret von den Erleichterungen profitieren und Chancen optimal nutzen kann.
Sebastian Billig
Partner
Rechtsanwalt
Mareike Höcker
Manager
Rechtsanwältin
Sven Pohl
Director
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