R&R-Beth Group übernimmt den Industrieofenbauer ELIOG: Baker Tilly gestaltet Investorenprozess

Foto: Hell erleuchtete Produktionshalle eines Industrieunternehmens.
ELIOG mit Sitz in Römhild (Thüringen) ist ein Spezialanbieter für Industrieöfen und Wärmebehandlungsanlagen (Symbolbild)

Nachhaltige Zukunftslösung nach Insolvenz des traditionsreichen Ofenbauers

Baker Tilly hat für die in Thüringen ansässige ELIOG Industrieofenbau GmbH („ELIOG“) im Rahmen eines internationalen Investorenprozesses eine nachhaltige Fortführungslösung umgesetzt. ELIOG ist ein Spezialanbieter maßgeschneiderter Industrieöfen und Wärmebehandlungsanlagen, der Thermoprozesslösungen für anspruchsvolle Industrieanwendungen, insbesondere für den Maschinenbau, die Fahrzeugindustrie sowie Windkraftanlagenbauer entwickelt und fertigt.

Im Rahmen eines Asset Deals hat eine Erwerbergesellschaft der R&R Beth Group, die ELIOG GmbH, den Geschäftsbetrieb sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen. R&R Beth ist ein Verbund von Technologieunternehmen mit Standorten in Deutschland, Polen, Rumänien und den USA. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen industrielle Abluft- und Prozessgasreinigung, Filtertechnik, Energiespeicher und Anlagentechnik.

Aufgrund einer akuten Krisensituation wurde über das Vermögen der ELIOG Industrieofenbau GmbH im Mai dieses Jahres die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Die Eröffnung des Eigenverwaltungsverfahrens erfolgte zum 1. August 2026. RA Dr. Nicolai Fischer von der Kanzlei Grub Brugger wurde zum Sachwalter bestellt. Die Eigenverwaltung wurde von dem Generalbevollmächtigten Dirk Eichelbaum sowie dem interimistischen CEO Stefan G. Mairiedl gemanagt.

„Die enge Zusammenarbeit zwischen Eigenverwaltung, Sachwaltung und Baker Tilly bildete die Basis, um in einem nur acht Wochen währenden Investorenprozess die Voraussetzungen für eine nachhaltige Investorenlösung zu schaffen“, sagt Silvan Drasch, Director bei Baker Tilly und Projektverantwortlicher für den Investorenprozess.

Das Verwalterteam und das Baker Tilly-M&A-Team um Dr. Andreas Fröhlich, Head of Corporate Finance, sehen ELIOG und den Standort Römhild durch die Übernahme durch die R&R-Beth Group bestens für die Zukunft aufgestellt. Damit bestehen gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Weiterentwicklung des 102-jährigen Traditionsbetriebs.

Das Baker Tilly Corporate Finance Team von Baker Tilly steuert internationale Investorenprozesse sowohl auf der Buy-Side als auch auf der Sell-Side. Als exklusiver M&A-Berater auf Verkäuferseite und führender Distressed M&A-Advisor kann das Team auf über 200 erfolgreich umgesetzte Transaktionen in Sondersituationen verweisen.

Über ELIOG Industrieofenbau

Die ELIOG Industrieofenbau GmbH mit Sitz in Römhild (Thüringen) ist ein Spezialanbieter für maßgeschneiderte Industrieöfen und Wärmebehandlungsanlagen. Mit aktuell rd. 70 Beschäftigten entwickelt und fertigt das Unternehmen individuell ausgelegte Thermoprozesslösungen für anspruchsvolle Industrieanwendungen, insbesondere in den Branchen des Maschinenbaus, der Antriebstechnik, der Fahrzeugindustrie sowie des Windkraftanlagenbaus.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1924 in Düsseldorf als Hersteller elektrischer Industrieöfen. Seit gut 15 Jahren konzentriert sich ELIOG auf individuelle Hochwert‑Anlagen und erwirtschaftete zuletzt einen durchschnittlichen Jahresumsatz von rund acht Millionen Euro. Im Mai 2026 hatte die Sanierungsgeschäftsführung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.

Über die R&R-Beth Group

Als ein Verbund sich ergänzender Technologieunternehmen ist die R&R-Beth Group kein klassischer Konzern, sondern ein Zusammenschluss unabhängiger Unternehmen. Seit 2006 pflegen diese Unternehmen in Deutschland, Polen, Rumänien und den USA jeweils ihre eigenen Märkte, Kompetenzen und Personalstrukturen in den Bereichen industrielle Abluft- und Prozessgasreinigung, Filtertechnik, Anlagenbau und Energiespeicher. Bei Bedarf bündeln sie ihre Ressourcen, um komplexe internationale Projekte umzusetzen. Somit kann diese flexible Organisation „barrierefrei“ sowohl komplexe internationale Großprojekte als auch kleine, spezialisierte Aufträge realisieren und sichert sich durch Dezentralität, Spezialisierung und internationale Vernetzung Wettbewerbsvorteile.

In Deutschland sind die Unternehmen der Gruppe am Hauptsitz im thüringischen Bad Lobenstein, in Eisenberg, Lübeck und Schleiz tätig.