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Ampel-Koalition verschärft Klimaziele: Forderung nach 1 Million E-Ladesäulen birgt enorme Wachstumschancen für Energieversorger

Das Gelingen der Mobilitätswende spielt eine entscheidende Rolle zur Erreichung der verschärften EU-Klimaziele. Einen zentralen Baustein der Mobilitätswende stellt die Elektromobilität dar. Dazu nennt die neue Regierung im Koalitionsvertrag konkrete Ziele und fordert die Branche und Kommunen zur Umsetzung auf. Dadurch erfährt der Markt für die Ladeinfrastruktur (LIS) schon heute ein enormes Wachstum, das insbesondere für Energieversorger aufgrund der Nähe zu ihrem Kerngeschäft großes Potenzial birgt. Wir gehen der Frage nach, wie sich Energieversorger jetzt in Position für die Erschließung dieses enormen Marktpotenzials durch Aufbau und Betrieb der Ampel-Koalition geforderten eine Million E-Ladesäulen bringen können.

Verschärfte Klimaziele treiben den Ausbau der LIS an

Im Rahmen der Weltklimakonferenz in Glasgow Anfang November haben die 197 Teilnehmer-Länder in der Abschlusserklärung festgelegt, die Emissionen zum Erreichen der 1,5-Grad-Grenze bis 2030 um 45 Prozent im Vergleich zu 2010 zu senken. Eine wesentliche Säule zur Erreichung des ambitionierten Klimaziels liegt in der Mobilitätswende. Mehr als 20 Staaten haben bereits angekündigt, nur noch emissionsfreie Neuwagen zuzulassen. Darunter auch EU-Staaten, wie Österreich und Dänemark. Nicht zuletzt verschreibt sich auch die neue Bundesregierung aus SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und FDP in ihrem Koalitionsvertrag 2021 – 2025 dem Ausbau der Ladeinfrastruktur: Bis 2030 sollen bis zu 15 Millionen batteriebetriebene Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein, die durch rund eine Million Ladesäulen mobilisiert werden sollen. Je nach Strompreis und tatsächlicher Marktentwicklung kann man von einem Gesamtumsatz in 2030 zwischen 3 und 3,5 Milliarden Euro ausgehen. 
Dazu ist jedoch ein enormer Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur notwendig. Gerade Energieversorger wollen und sollen aufgrund ihres energiewirtschaftlichen Know-hows und der vorhandenen Infrastruktur eine zentrale Rolle bei der Errichtung und dem Betrieb dieser Ladesäulen einnehmen. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, sollten sich Energieversorger jedoch frühzeitig positionieren und ihre Rolle im Geschäftsfeld Elektromobilität planen.


Chance für Energieversorger, am Markt für LIS zu partizipieren

Entlang der Wertschöpfungskette im Geschäftsfeld Ladeinfrastruktur gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte für Energieversorger. Von der Beschaffung der Hardware, über die Errichtung und Wartung der Ladesäulen bis hin zum Betrieb der Ladesäule oder der Erbringung des Abrechnungsservices bietet sich den Versorgern die Chance, am Wachstumsmarkt zu partizipieren. Energieversorger können hierbei z.B. die Rolle des CPO (Charge Point Operator) oder des EMP (E-Mobility Provider) einnehmen. Denkbar ist auch die Erfüllung beider Rollen unter einer Dach-Marke. Der CPO ist für die Errichtung und Instandhaltung, die Stromversorgung und den Zugang zur Ladeinfrastruktur verantwortlich, während der EMP Mobilitätsprodukte- und Dienstleistungen vertreibt.

Wichtig für den erfolgreichen Markteintritt ist, das Rollenbild vorher klar zu definieren und ein Konzept zu entwickeln, welches die tatsächlichen Bedürfnisse der Kunden und das antizipierte Nutzungsverhalten in den Vordergrund stellt. Hierzu zählt u.a. die Analyse des erwarteten Ladepotenzials sowie die Identifikation geeigneter Standorte für den Ausbau der LIS. Auch das Wettbewerbsumfeld sollte vor Projektbeginn genauestens evaluiert werden, um sich von Beginn an strategisch zu positionieren.

Diese Prämissen und Erfolgsfaktoren, aber auch energierechtliche Rahmenbedingungen gilt es in einen integrierten Business Case zu übersetzen, um Entscheidungs- und Investitionssicherheit zu erlangen.

Mit der richtigen Vorbereitung und einer ausgeklügelten Strategie für den Markteintritt, steht dem Aufbau des Geschäftsfelds nichts mehr im Weg. Wir empfehlen, das entwickelte Konzept zielorientiert umzusetzen und dabei die notwendige Flexibilität zu wahren. Aufgrund des noch jungen Marktes können sich Rahmenbedingungen schnell ändern.

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