Vorsteuerabzug aus Rechnungen von Spielervermittlern (Update)

Das FG hat der Klage des „Vereins“ nach umfangreicher Beweisaufnahme nunmehr im zweiten Rechtsgang in weiten Teilen stattgegeben. Der „Verein“ sei aus den Rechnungen der Mehrzahl der Spielervermittler in voller Höhe zum Vorsteuerabzug berechtigt, denn es habe ein unmittelbarer Leistungsaustausch zwischen dem Verein und den Spielervermittlern bestanden. Zu diesem Ergebnis gelangte das FG sowohl bei isolierter Betrachtung des Zusammenwirkens von „Verein“ und Spielervermittler als auch unter Berücksichtigung der vertraglichen Vereinbarungen und der Begleitumstände bei Vereinswechseln oder Vertragsverlängerungen, wie sie sich nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme darstellten. Aus den Zeugenaussagen der Spieler, Spielervermittler und Vereinsvertreter folge, dass es aufgrund der Gepflogenheiten im Profifußball praktisch nicht möglich gewesen sei, einen Spieler "an seinem Spielerberater vorbei" für den „Verein“ zu gewinnen.

Etwas anderes hat das FG allerdings für solche Fälle festgestellt, in denen zwischen dem Spieler und dem Spielervermittler ein Vertragsverhältnis bestand, aus dem der Spieler an den Spielervermittler „auch“ ein Entgelt schuldet. Für diesen Fall hat das Gericht den Vorsteuerabzug nur zur Hälfte zugelassen. Das vom „Verein“ gezahlte Entgelt stellt in solchen Einzelfällen nämlich zugleich Entgelt von dritter Seite (durch den „Verein“) für Leistungen gegenüber den Spielern dar. Anders als in den übrigen abgehandelten Fällen seien die betroffenen Spieler aufgrund der abgeschlossenen (schriftlichen) Managementverträge verpflichtet gewesen, ein "übliches" Entgelt an den Spielervermittler zu entrichten. Da die (Management-) Verträge zwischen Spielervermittler und Spieler den „Vereinen“ in der Regel nicht bekannt sind, bleibt diese Problematik aus Sicht der „Vereine“ auch weiterhin bestehen und muss über vertragliche Abreden im Dreiecksverhältnis so weit wie möglich im Sinne der „Vereine“ geregelt werden.     

Schließlich hat das Finanzgericht den Vorsteuerabzug aus Rechnungen von zwei weiteren Spielervermittlern in voller Höhe versagt, da insofern nicht zur Überzeugung des Senats dargelegt werden konnte, dass maklerähnliche Dienstleistungen nachgefragt oder erbracht wurden.

Im Ergebnis ist daher festzustellen, dass durch das FG sowohl umsatzsteuerlich als auch in der Konsequenz lohnsteuerlich im Sinne der „Vereine“ entschieden wurde, so lange einzelne Fallstricke von den „Vereinen“ bei Spielertransfers berücksichtigt werden.

Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an mich oder oder aber auch Oliver Hubertus.