Transfers von Profifußballern: Wer zahlt die Umsatzsteuer des Spielervermittler-Honorars?

Dieses neue Verfahren war ebenfalls am FG Düsseldorf anhängig; es bestand ein Streit über die umsatzsteuerliche Würdigung des an einen Spielervermittler gezahlten Honorars bei einem Spielertransfer von einem deutschen zu einem spanischen Verein. Das FG Düsseldorf hat sich dabei insbesondere mit der Frage beschäftigt, welche zivilrechtlichen Leistungsbeziehungen der Spielervermittler vermittelt und an welchem Ort die Leistung des Spielervermittlers umsatzsteuerbar und damit der Umsatzsteuer zu unterwerfen ist.

In diesem Zusammenhang äußert sich das FG Düsseldorf erneut zu der Frage, wer umsatzsteuerlich Leistungsempfänger der vom Spielervermittler erbrachten Leistung ist und bestätigt im Wesentlichen die Auffassung des BFH. Entscheidend ist, wer Auftraggeber der tatsächlich erbrachten Leistung ist.

Obwohl die zivilrechtlichen Vereinbarungen (Verträge, Rechnung, u.a.) im Vergleich zum BFH-Sachverhalt hier eher dafür sprachen, dass eine Leistungsbeziehung zwischen Spielervermittler und Verein bestand, geht das FG Düsseldorf von einer tatsächlich anders gelebten Praxis aus und zwar dahingehend, dass nicht der Verein, sondern vielmehr der Spieler Empfänger der Leistung des Spielervermittlers ist. Dies wiederum bedeutet für den Verein, dass diesem grds. kein Recht auf Vorsteuerabzug aus der Rechnung über das an den Spielervermittler entrichtete Honorar zusteht und dieses – im Falle eines Inlandssachverhalts - zudem ggf. der Lohnsteuer zu unterwerfen wäre.

Weitere Entscheidungen zu diesem Thema stehen demnächst an; das FG Düsseldorf wird in dem vom BFH zurückverwiesenen o.g. Verfahren voraussichtlich in der KW 17/18 fortfahren.

Wir haben diese Thema bereits mit Vertretern der Finanzverwaltung vordiskutiert und im Falle der Aufrechterhaltung der „3-Personen-Variante“ (Verein, Spielervermittler, Spieler) in einem Dialog Kriterien entwickelt, die zumindest vertraglich die Grundlage eines Vorsteuerabzuges durch den Verein eröffnen können. Daneben sieht die Finanzverwaltung die „3-Personen-Variante“ – wie auch die Rechtsprechung – äußerst kritisch und tendiert daher zu alternativen Transferabwicklungen.