Brauchen wir eine neue Revisionskultur?

Laut der Studie von Transparency International Deutschland (TI) werden Interne Prüfer von ihren Unternehmen blockiert und illegal oder unsachgemäß an ihrer Tätigkeit beeinflusst. 65 Prozent der befragten Revisoren gaben an, in der Vergangenheit bereits unangemessene Beeinflussungsversuche erlebt zu haben. Bei gut 50 Prozent der Befragten wurden Ergebnisse von Untersuchungen beschönigt, etwa 30 Prozent erklärten, Ergebnisvorgaben erhalten zu haben oder zu Ergebnisfälschungen gedrängt worden zu sein. Die Teilnehmer der Studie berichteten außerdem von einer besonderen Druckausübung, beispielsweise durch die Führungskraft des geprüften Bereiches, und von Drohungen mit beruflichen Konsequenzen.

TI fordert zu Recht eine verbesserte Revisionskultur. Ob allerdings Forderungen von TI nach gesetzlichen Maßnahmen zum Kündigungsschutz für Interne Revisoren tatsächlich Unabhängigkeit und Objektivität sichern, sehen wir skeptisch.

Wirksamer ist nach unserer Auffassung eine etablierte und ernsthafte Compliance-Kultur und der sogenannte „Tone from the Top“ in Unternehmen sowie direkte Berichtswege an Aufsichtsgremien, Investoren und Eigentümer.

Ein weiterer pragmatischer und strategisch sinnvoller Ansatz ist auch das Outsourcing von Revisionsprüfungen an externe Spezialisten, insbesondere dann, wenn eine Beeinflussung durch bestehende personelle Abhängigkeiten aus arbeitsplatzbezogenen Subkulturen zu erwarten ist.

Link zur Studie von Transparency International:
https://www.transparency.de/15-10-08_Revisionskultur_Umfra.2697.0.html