Frank Schröder

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Director, Head of Marketing & Communications

Büro Düsseldorf
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Was macht eigentlich ein ambulantes Kinderhospiz unter Corona-Bedingungen?

Stiftung

Normalerweise findet einige Wochen, nachdem der Beirat der Baker Tilly Stiftung eine Spende zusagt, eine Scheckübergabe sowie ein Zusammentreffen mit der geförderten Einrichtung statt. Diese Anlässe nutzen wir, um über Neuigkeiten und bestehende Herausforderungen des Projekts zu sprechen. Pandemiebedingt können diese Treffen nicht in ihrem gewohnten Rahmen stattfinden. Natürlich halten wir auch in diesen für soziale Einrichtungen besonders schwierigen Zeiten Kontakt, sei es in Telefonaten, E-Mails und Newslettern. So erfahren wir von Sorgen und Nöten, aber auch von positiven Erfahrungen der Kinder- und Jugendprojekte. Über die besondere Situation des ambulanten Kinder- und Jugendhospizes Halle und warum gerade jetzt unsere Spende über 2.000 Euro für das Bestehen der Einrichtung nötiger denn je ist, haben wir mit Anna Mühle, Koordinatorin im Kinderhospiz, gesprochen.

 

Baker Tilly Stiftung: Wie hat sich Ihr Arbeitsalltag im ambulanten Kinderhospiz durch die Corona-Pandemie verändert? 

Anna Mühle: Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie haben wir Koordinatorinnen im Homeoffice gearbeitet. Die Besuche zwischen unseren ehrenamtlichen Familienbegleiter*innen und den Familien wurden vorläufig eingestellt und wir, wie auch die Familienbegleiter*innen, haben Kontakt per Telefon und E-Mail gehalten. Eine Neuvermittlung gab es in dieser Zeit nicht. Ebenso wurden alle geplanten Veranstaltungen und Termine abgesagt. Unser Fokus richtete sich auf die Unterstützung und Begleitung unserer Familien und Ehrenamtlichen aus der Ferne. Wir haben Desinfektionsmittel und Masken organisiert bzw. diese genäht und nähen lassen. Im Anschluss haben wir bestmögliche Abhol- bzw. Bring-Möglichkeiten mit unseren Familien besprochen.
Leider sind mit der anfänglichen Unsicherheit und dem ‚Shut down´ auch die Spendeneingänge deutlich zurückgegangen.

Wie geht es den Familien, die sie betreuen, gerade? Welche Probleme und Sorgen haben Familien mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind? 

Den Familien, die wir betreuen, geht es im Allgemeinen gut. Dennoch waren auch ihre letzten Wochen von Ängsten, Unsicherheit und Überforderung geprägt. Die Familien haben sich alle zunehmend isoliert, um ihre Kinder, welche zur Hochrisikogruppe gehören, zu schützen. Besonders schwierig an der Situation war, dass die Versorgungsstrukturen teilweise weggebrochen waren. So war etwa das Personal der Kinderpflegedienste nicht verfügbar und auch Geschwisterkinder mussten zuhause bleiben. Die Eltern mussten vor allem Geduld und starke Nerven beweisen. 
Krisen gehören leider zum Alltag der Familien – nur war diese globale Krise in jeder Hinsicht besonders.

Welche Unterstützung benötigen Sie aktuell im Kinderhospiz und was sind Ihre Wünsche für die Zeit nach Corona? 

Wir hoffen und wir wünschen uns, dass die Solidarität unter den Menschen weiterhin bestehen bleibt. Dass sich Menschen füreinander, für ihre Nachbarn und andere, denen es nicht so gut geht, einsetzen. Das heißt für uns auch, dass sich weiterhin Menschen für dieses besondere Ehrenamt in der Kinderhospizarbeit interessieren und mitwirken möchten. 

Wie alle Hospizdienste sind natürlich auch wir auf Spenden angewiesen – ohne diese wären wir nicht handlungsfähig. Auch Personalkosten müssen bis Ende des nächsten Jahres beispielsweise durch Spenden finanziert werden. 

Nicht zuletzt deshalb hoffen wir, dass und die Krise schnell überwunden werden kann und somit auch die Spendenbereitschaft auf das Niveau vor der Krise zurückkehrt.


Weitere Informationen zum ambulanten Kinder- und Jugendhospiz Halle finden Sie hier
 

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