Umsatzsteuer 2018 – was gilt es zu beachten?

|  Mandanteninformation 03/2018

Zum Jahreswechsel gab es im Bereich der Umsatzsteuer keine großen Gesetzesänderungen. Nichtsdestotrotz sind einige (umsatz-)steuerlichen Rechtsänderungen in Kraft getreten, die im Jahr 2018 zu beachten sind.

Zum Jahreswechsel gab es im Bereich der Umsatzsteuer keine großen Gesetzesänderungen. Nichtsdestotrotz sind einige (umsatz-)steuerlichen Rechtsänderungen in Kraft getreten, die im Jahr 2018 zu beachten sind.

Unmittelbare Änderung im UStG zum 01.01.2018 – Steuerbefreiung für die Verwaltung von Sondervermögen gem. § 4 Nr. 8h UStG

Die Änderung im UStG zum 01.01.2018 ist Folge der Reform des Investmentsteuergesetzes. Dabei handelt es sich um eine punktuelle Erweiterung im Bereich der Steuerbefreiung für die Verwaltung von Sondervermögen gem. § 4 Nr. 8h UStG. Darüber hinaus ergeben sich redaktionelle Folgeänderungen im UStG aufgrund der Neufassung des Investmentsteuergesetzes.

Abgabefrist für die Umsatzsteuererklärungen – verlängerte Abgabefrist gilt erst ab 2019

Aufgrund des Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens wurden die Abgabefristen für Steuererklärungen verlängert (siehe dazu auch unsere Mandanteninformation Februar 2017). Die gesetzliche Frist für die Abgabe der Steuererklärungen wird dadurch um zwei Monate verlängert. Diese verlängerte Abgabefrist gilt aber erst ab dem Veranlagungsjahr 2018 und hat daher erst ab dem Kalenderjahr 2019 unmittelbare Auswirkungen auf den Steuerpflichtigen. Die Umsatzsteuerjahreserklärung 2018 ist dann grundsätzlich bis zum 31.07.2019 an das zuständige Finanzamt zu übermitteln. Für steuerlich Beratene verlängert sich diese Frist nochmals um neun Monate und die entsprechende Umsatzsteuererklärung ist daher bis spätestens zum 28.02.2020 an die zuständige Finanzbehörde zu übersenden. Somit ist die Umsatzsteuererklärung 2017 grundsätzlich bis zum 31.05.2018 (falls in dem entsprechenden Bundesland „Fronleichnam“ ein gesetzlicher Feiertag sein sollte, so verschiebt sich das Fristende auf den 01.06.2018 bzw. für steuerlich Beratene bis zum 31.12.2018) abzugeben.

Umsatzsteuerliche Organschaft – Personengesellschaften können Organgesellschaften sein

Mit Schreiben vom 26.05.2017 hat das BMF die Rechtsprechung des BFH umgesetzt, wonach auch Personengesellschaften Organgesellschaften sein können (siehe dazu unsere Mandanteninformation September 2017). Für das Jahr 2018 können die betroffenen Unternehmen noch die bisherige Verwaltungsauffassung in Bezug auf die umsatzsteuerliche Organschaft anwenden (Stichtag 31.12.2018). Erst ab dem 01.01.2019 sind Personengesellschaften, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, zwingend als Organgesellschaften zu beurteilen. Auf der anderen Seite wird eine frühere Anwendung nicht beanstandet, wenn sich die Beteiligten des Organkreises übereinstimmend darauf berufen. Betroffene Unternehmen sollten daher prüfen, ob und welche Anpassungen gegebenenfalls getroffen werden müssen. In diesem Zusammenhang möchten wir nochmals explizit darauf verweisen, dass die Rechtsfolgen der umsatzsteuerlichen Organschaft per Gesetz eintreten und den Unternehmen kein Wahlrecht zusteht.

Konsignationslager – Übergangsregelung bis zum 01.01.2019

Wie wir bereits in unserer Mandanteninformation Dezember 2017 berichtet haben, hat das BMF mit Schreiben vom 10.10.2017 die Rechtsprechung des BFH umgesetzt. Demnach liegt eine einheitliche Versendungslieferung vor, wenn der Liefergegenstand nach dem Beginn der Versendung für kurze Zeit in einem Konsignationslager gelagert wird und der Abnehmer bereits bei Beginn der Versendung feststeht. Ursprünglich war eine Nichtbeanstandungsreglung für die neuen Grundsätze bis zum 31.12.2017 geplant. Nun hat das BMF mit Schreiben vom 14.12.2017 die Übergangsregelung bis zum 31.12.2018 verlängert. Somit haben nun sowohl Lieferanten als auch Abnehmer bis Ende 2018 Zeit zu prüfen, ob ihre Lieferungen über das entsprechende Konsignationslager umsatzsteuerlich korrekt behandelt werden.

Ansprechpartner:

Zurück