Steuern: Steuerberatungskosten für die Steuerangelegenheiten des Erblassers sind keine Nachlassverbindlichkeiten

|  Mandanteninformation 3/2016

Die obersten Finanzbehörden der Länder haben sich in einem gleichlautenden Erlass vom 11.12.2015 (BStBl. I 2016, 1028) darauf verständigt, dass Steuerberatungskosten für die Erklärung von Steuerschulden des Erblassers nicht mehr vom Wert des Nachlasses abgezogen werden können. Das bedeutet für den Erben, dass er die Steuerberatungskosten zu tragen hat, ohne dass es sich steuermindernd auf die von ihm zu zahlende Erbschaftsteuer auswirkt.

Die obersten Finanzbehörden der Länder haben sich in einem gleichlautenden Erlass vom 11.12.2015 (BStBl. I 2016, 1028) darauf verständigt, dass Steuerberatungskosten für die Erklärung von Steuerschulden des Erblassers nicht mehr vom Wert des Nachlasses abgezogen werden können. Das bedeutet für den Erben, dass er die Steuerberatungskosten zu tragen hat, ohne dass es sich steuermindernd auf die von ihm zu zahlende Erbschaftsteuer auswirkt.

Dies betrifft insbesondere Fälle, in denen der Verstorbene unvollständige Einkommensteuererklärungen abgegeben hat. Erkennt der Erbe, dass der Erblasser pflichtwidrig unvollständige bzw. gar keine Angaben zu steuerrelevanten Sachverhalten gemacht hat, ist der Erbe gesetzlich dazu verpflichtet, die Steuererklärungen des Erblassers zu berichtigen (§ 153 Abs. 1 AO). Die Finanzverwaltung stellt sich auf den Standpunkt, dass die Steuerberatungskosten, die durch diese Berichtigung entstehen, nicht vom Erblasser herrühren, sondern durch den Erben begründet werden, weil es sich um eine eigene Korrektur- bzw. Erklärungspflicht handele. Damit können sie die Bemessungsgrundlage für die Erbschaftsteuer nicht mindern, weil es sich nicht um Nachlassverbindlichkeiten handelt, so die Finanzverwaltung. Die Einkommensteuerschulden des Erblassers können allerdings nach wie vor auch nach Ansicht des Fiskus von der Bemessungsgrundlage der Erbschaftsteuer abgezogen werden.

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