Start-ups in Mitteldeutschland: Wirtschaftsmotor für eine ganze Region

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Gründen ist in Deutschland längst wieder im Trend. Bund und Länder schaffen durch Innovationsfonds und Beteiligungsgesellschaften zusätzliche Anreize, um auch in Deutschland eine Start-up-Szene fest zu etablieren. Schaut man jedoch auf einzelne Regionen in Deutschland, so lässt sich schnell ein unterschiedliches Bild zeichnen, insbesondere die mitteldeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen können (noch) nicht auf hohe Gründungszahlen verweisen. Grund genug für Baker Tilly mittels der Studie "Start-ups in Mitteldeutschland: Wirtschaftsmotor für eine ganze Region" den Status quo der mitteldeutschen Start-up-Landschaft und die Hinter­gründe der bestehenden Defizite im Bereich der Gründerattraktivität zu beleuchten.

Der Trend zum wagnisreichen Gründen hat sich seit der Dotcom-Revolution zur Jahrtausendwende exponentiell verstärkt, wobei sich die über den Globus verteilten Start-up-Initiatoren längst nicht mehr nur im Bereich der digitalen Computer-Technologie finden lassen. Auch andere Felder, wie die Bereiche Life Sciences, Biotechnologie, die Unterhaltungsindustrie und erneuerbare Energien, werden zunehmend gerade von Start-ups statt von etablierten Großunternehmen erschlossen. Der Wunsch, im eigenen Unternehmen die eigene Idee voranzubringen, scheint immer verbreiteter, die tatsächliche Umsetzung immer anerkannter und realisierbarer zu werden. 

Start-up-Hubs wie das Silicon Valley, London, Paris, aber auch Berlin, bilden durch die Möglichkeit des gegenseitigen Vernetzens im Sinne des Kooperationsgedankens den optimalen räumlichen Nährboden, während Akzeleratoren, Inkubatoren und Business Angels finanzielle Unterstützung und erfahrungsbasiertes Mentoring gewährleisten. Nicht nur private Investoren haben das Potenzial dieser disruptiven Form des Unternehmertums erkannt, mittlerweile ist auch das Bewusstsein öffentlicher Akteure hinsichtlich der Bedeutung einer florierenden Start-up-Szene für die nationale bzw. regionale Wirtschaft gewachsen. So investieren Bund und Länder zunehmend in staatliche Innovationsfonds und Beteiligungsgesellschaften, um Anreize für die Gründung neuer Unternehmen am eigenen Standort zu schaffen. 

Vergleicht man die Zahlen der Gründungen in Deutschland aus den letzten Jahren, lässt sich trotz des allgemeinen Aufwärtstrends eine Konzentration auf bestimmte Regionen bzw. Städte beobachten. So sind neben der Metropole Berlin, die sich zu einem der am meisten pulsierenden Start-up-Zentren in Europa entwickelt hat, gerade der Süden (München und Umgebung) und die westlichen wie nördlichen Bundesländer (NRW und Hamburg) zu beliebten Gründungsräumen erwachsen. Daneben zeigen sich die mitteldeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zwar als innovative Forschungs- und Entwicklungszentren, auf hohe Gründungszahlen können sie jedoch (noch) nicht verweisen. 

Diese Publikation möchte den Status quo der mitteldeutschen Start-up-Landschaft und die Hinter­gründe der bestehenden Defizite im Bereich der Gründerattraktivität beleuchten. Ziel soll es sein, dem infrastrukturellen Potenzial der Region Mitteldeutschland gerecht zu werden und ihm so zu mehr Bekanntheit zu verhelfen. Ergänzend soll auf die Rolle einer Rechts- und Steuerberatung in der Seed- und Start-up-Phase eines Jungunternehmens eingegangen werden, die sich vor allem durch Expertise hinsichtlich der sozioökonomischen Gegebenheiten in der Region Mitteldeutschland und die Spezialisierung auf Start-up-spezifische Fragen und Herausforderungen auszeichnen muss. 

Ihre Autoren

Mario Hesse
Steuerberater, Wirtschaftsprüfer
Partner

Alexander F. Liebing, LL. M.
Rechtsanwalt
Manager

Sven Vollstädt
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Partner

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