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"Mehr Austausch zwischen Wirtschaft und Politik"

Erstellt von Baker TillyNews

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Martin Pätzold (33) verstärkt seit dem 1. Januar 2018 Baker Tilly im Bereich Research & Development. Als Grenzgänger zwischen Politik, Verwaltung, Wissenschaft und freier Wirtschaft hat er bereits in jungen Jahren die unterschiedlichen Sphären kennengelernt. Er steht dabei für eine engere Verzahnung der einzelnen Ebenen. Auch dieser Aufgabe möchte er sich bei Baker Tilly widmen.

Wie ist es, nach vier Jahren im Deutschen Bundestag bei Baker Tilly in der freien Wirtschaft zu arbeiten?

„Für mich ist es ein neuer Lebensabschnitt. Sehr gerne habe ich im Sinne des Gemeinwohls als Abgeordneter im Deutschen Bundestag gewirkt. Da ich vor dieser Zeit direkt für internationale Konzerne tätig war, ist es ein wenig so wie "back to the roots". Und so gerne ich Politik gemacht habe, waren doch die Sitzungen und Abstimmungen teilweise sehr langwierig und schleppend. Da nehme ich Baker Tilly anders wahr. Hier werden Entscheidungen pragmatisch und zeitnah getroffen. Deswegen macht mir die Arbeit im Bereich Research & Development sehr viel Spaß.“

Welche Unterschiede sehen Sie zwischen freier Wirtschaft und der Politik?

„Es ist schon die Geschwindigkeit der Entscheidungen. Politik ist zäh. Und die, die sich dort engagieren, brauchen gutes Durchhaltevermögen und diplomatisches Geschick. In unser Konsensdemokratie müssen sie unglaublich viele Stakeholder in den Entscheidungsprozess mit einbeziehen. Es ist grundsätzlich nichts gegen Bürgerbeteiligung einzuwenden. Wenn das Ergebnis jedoch lautet, dass Großprojekte wie Stuttgart 21 nicht oder nur unter großem Protest umgesetzt werden können, ist das eine schlechte Entwicklung.“

Warum kommt es so oft zu Missverständnissen, wenn Wirtschaft und Politik miteinander in Kontakt kommen?

„Es gibt ganz klar zu wenig Austausch zwischen Politik und Wirtschaft. Und das gilt vor allem in persönlicher Hinsicht. Es müsste viel mehr Wechsel zwischen denen geben, die in der Politik wirken und denen, die in Unternehmen Verantwortung tragen. Bisher gibt es dafür keine Kultur bei uns, so wie wir das aus den Vereinigten Staaten kennen. Da ist es vollkommen normal, dass Professoren in der Verwaltung arbeiten, danach in die Wirtschaft gehen und anschließend wieder an der Universität lehren. Und weil es zu wenig Austausch gibt, entstehen Missverständnisse. Wer nicht miteinander redet, wird immer aneinander vorbei handeln.“

Bis heute gibt es noch keine neue Bundesregierung. Wie bewerten Sie die Ergebnisse der Sondierungsverhandlungen zwischen CDU / CSU und der SPD?

„Lange Zeit konnten sich die Wähler auf die deutsche Stabilität verlassen. Das galt für die großen Volksparteien, wie auch für Bündnis 90 die Grünen und die FDP. In den letzten Jahren haben sich die gesellschaftlichen Debatten verändert. Unser Land ist enorm politisiert. Die Konsequenz daraus ist auch, dass es schwerer geworden ist, sich auf einen politischen Nenner zu verständigen. Der Abbruch der Jamaika-Verhandlungen hat dies gezeigt. Um die politischen Ränder nicht weiter zu stärken, müssen Christ- und Sozialdemokraten zusammen Verantwortung übernehmen. Es ist nur zu hoffen, dass nach den Sondierungs- auch bald die Koalitionsverhandlungen abgeschlossen werden. Unterm Strich gilt für die bisherigen Zwischenergebnisse: Besser eine gemeinsame Vereinbarung als gar keine.“

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