FZulG – Neues zur Forschungszulage: Antragsverfahren beim BSFZ live geschaltet

Erstellt von Michael Emig | |  News

Nach Inkrafttreten des Gesetzes zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (FZulG) zum 1.1.2020 und der Verdopplung der Fördersumme auf EUR 2 Mio. durch das Corona-Soforthilfegesetz, ist seit Mitte September 2020 die Website der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) online. 

Die Antragstellung setzt sich von der Registrierung bis zur Bescheiderstellung durch die BSFZ aus fünf Teilschritten zusammen (Bescheinigungsverfahren über die Forschungszulage dem Grunde nach).

  1. Registrierung
  2. Antrag ausfüllen
  3. Antrag einrichten
  4. Antragsprüfung
  5. Bescheiderstellung

Insbesondere der 2. Schritt (Ausfüllen des Antrags), zeigt bei näherer Betrachtung der abgefragten Positionen, dass es bereits im Vorfeld einer genauen und sorgfältigen Analyse sämtlicher Informationen rund um das förderungsfähige Forschungs- und Entwicklungsprojekt bedarf. 

So sind neben den detaillierten Informationen über die zu fördernden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und den Angaben zum Antragsteller vor allem auch Name und Anschrift sämtlicher verbundener Unternehmen im Sinne des § 15 AktG anzugeben; ergänzend ist die jeweilige Steuernummer anzuführen, sofern das verbundene Unternehmen ebenfalls einen Antrag auf Erhalt der Forschungszulage für dasselbe Kalenderjahr gestellt hat oder noch stellen wird (vgl. auch § 3 Abs. 3 FZulBV). In der Praxis könnte dies z. B. für Steuerberater zu Herausforderungen führen, wenn sie für ihre Mandanten entsprechende Anträge einreichen, jedoch keine Kenntnis über die notwendigen Informationen haben. Steuerberater sollten sich deshalb bereits im Rahmen der Auftragserteilung absichern, um etwaige Haftungsrisiken aufgrund unzutreffender Angaben zu vermeiden. 

Daneben muss der Antragsteller Informationen offenlegen, die sich so nicht zwingend aus dem FZulG bzw. der Forschungszulagen-Bescheinigungsverordnung (FZulBV) ergeben. Als Beispiel dient etwa die Angabe der Gesamtaufwendungen für F&E der letzten drei Wirtschaftsjahre. Hintergrund könnte die Plausibilisierung der beantragten F&E-Ausgaben mit den Vergangenheitsdaten sein.

Nach Angaben der BSFZ ist mit der Bescheiderstellung (5. Teilschritt) spätestens drei Monate nach der Antragstellung zu rechnen. Dies gilt es gegenwärtig bei der Frage zu berücksichtigen, ob die Forschungszuglage bereits mit dem Erhalt der Bescheinigung der BSFZ im Jahresabschluss 2020 als Forderung aktiviert werden kann. Aufgrund der Neuartigkeit der steuerlichen Forschungszulage und des gesamten Abwicklungsprozesses erscheint es unwahrscheinlich, dass die BSFZ bis Jahresende 2020 einen gestellten Antrag rechtzeitig bearbeiten wird, zumal auch mit Rückfragen und dem Nachreichen von Dokumenten und Auskünften zu rechnen ist.

Die Website der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) finden Sie hier...

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