ESMA / DPR: Veröffentlichung der Prüfungsschwerpunkte für 2018

|  Mandanteninformation 12/2017

Die europäische Wertpapier­ und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) und die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR) haben die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte (European common enforcement priorities for 2017 IFRS financial statements) veröffentlicht. Die in dem Papier veröffentlichten Themen sind für kapitalmarktorientierten Unternehmen und ihre Abschlussprüfer bei der Erstellung und Prüfung ihrer IFRS­-Abschlüsse für 2017 besonders zu berücksichtigen.

 

Die europäische Wertpapier­ und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) und die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR) haben die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte (European common enforcement priorities for 2017 IFRS financial statements) veröffentlicht.

Die in dem Papier veröffentlichten Themen sind für kapitalmarktorientierte Unternehmen und ihre Abschlussprüfer bei der Erstellung und Prüfung ihrer IFRS­Abschlüsse für 2017 besonders zu berücksichtigen.

Die Prüfungsschwerpunkte in der Übersicht:

(1) Angaben nach IAS 8.30 zu den erwarteten Auswirkungen der Einführung wesentlicher neuer Standards in der Berichtsperiode ihrer erstmaligen Anwendung nach IAS 8.30:

Dabei müssen die Implementierungsprojekte (insbesondere zu IFRS 9 und IFRS 15) zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung beendet sein und daher konkrete Angaben über die Auswirkungen und die in Anspruch genommenen Wahlrechte gemacht werden können. Unter Zuhilfenahme von praktischen Beispielen, die die ESMA bereitstellt, sollen Unternehmen die Angaben zu den neuen Methoden unternehmensspezifisch ausgestalten, statt die Regelungen aus dem Standard zu wiederholen.

(2) Spezifische Ansatz­, Bewertungs­ und Anhangvorschriften in Bezug auf IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse:

Dabei stehen die Aspekte immaterielle Vermögenswerte, Anpassungen im Bewertungszeitraum, günstige Unternehmenskäufe, verpflichtende Übernahmeangebote, Unternehmenszusammenschlüsse unter gemeinsamer Beherrschung, bedingte Gegenleistungen und Fair Value­bezogene Anhangangaben im Mittelpunkt.

(3) Spezifische Aspekte des IAS 7 Kapitalflussrechnung:

Hier steht die für 2017 erstmals zu erstellende Überleitungsrechnung im Vordergrund, in der die „Finanz“­Verbindlichkeiten in ihrer Entwicklung über zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen dargestellt werden. Daneben wird auf Angaben zur Einbeziehung bestimmter Bestandteile in den Zahlungsmittelbestand geachtet (zum Beispiel Überziehungskredite und Beträge aus Cash Pool­Vereinbarungen) sowie zu Zahlungsmittelbeständen, deren Verfügbarkeit eingeschränkt ist (zum Beispiel wegen Devisenausfuhrbeschränkungen).

Darüber hinaus erinnert die ESMA, dass die für 2017 erstmals zu erstellende nicht finanzielle Berichterstattung sowie weiterhin die Darstellung alternativer Leistungskennzahlen von Bedeutung sind. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die möglichen Auswirkungen des Brexit in der Finanzberichterstattung gewürdigt werden sollten.

Zudem hat auch die DPR die folgenden Prüfungsschwerpunkte für das Jahr 2018 bekannt gegeben:

  1. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung wesentlicher neuer Standards im Erstanwendungsjahr
  2. Ausgewählte Aspekte zu Ansatz, Bewertung und Angaben nach IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
  3. Ausgewählte Aspekte zu IAS 7 Kapitalflussrechnungen
  4. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen gemäß IAS 37 sowie zugehörige Anhangangaben
  5. Konzernlagebericht und Konzernerklärungen

Bei den ersten drei genannten Prüfungsschwerpunkten handelt es sich um die am 27. Oktober 2017 durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) veröffentlichten Prüfungsschwerpunkte, die von den nationalen Aufsichtsbehörden bei ihrer Prüfung im Rahmen von Enforcement-Verfahren (z. B. in Deutschland von der DPR) zu beachten sind.

Die zusätzlichen nationalen Prüfungsschwerpunkte (Nr. 4 und 5) werden von der DPR wie folgt konkretisiert:

a) Hinsichtlich des Ansatzes und der Bewertung von Rückstellungen gemäß IAS 37 werden als Schwerpunkte genannt:

  • Verzicht auf Ansatz wegen Unmöglichkeit einer verlässlichen Schätzung unter Beachtung der Angabepflichten (IAS 37.26 und 37.86)
  • Verzicht auf die reguläre Berichterstattung wegen Inanspruchnahme der Schutzklausel unter Beachtung der Mindestangaben (IAS 37.92)
  • Angaben zu Schätzungsunsicherheiten (IAS 37.85(b), IAS 1.125 und 1.129)
  • Gruppierung der Rückstellungen (IAS 37.87)
  • Angabe rückstellungsspezifischer Ertrags- und Aufwandsposten (IAS 1.97 und 1.98(b), (f) sowie (g))

b) Die Schwerpunkte in Bezug auf Konzernlagebericht und Konzernerklärungen liegen bei:

  • Berichterstattung über alternative Leistungskennziffern als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren (§ 315 Abs. 1 S. 3 HGB)
  • Darstellung potenzieller Auswirkungen des Brexit auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns (§ 315 Abs. 1 HGB)
  • Vorhandensein der Angaben zum Diversitätskonzept im Rahmen der Konzernerklärung zur Unternehmensführung (§ 315d HGB i. V. m. § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB) und Vorhandensein der nichtfinanziellen Konzernerklärung (§ 315b HGB)

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