Bilanzen: IDW ERS HFA 36 n.F.: Konkretisierung der Anhangangaben für das Abschlussprüferhonorar

|  Mandanteninformation 3/2016

Im abgelaufenen Jahr 2015 hat der Hauptfachausschuss des IDW den Entwurf der überarbeiteten Rechnungslegungsstellungnahme zu den Anhangangaben für das Abschlussprüferhonorar (§ 285 Nr. 17 HGB und § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB) veröffentlicht. Dieser Entwurf enthält vor allem folgende Klarstellungen und Ergänzungen:

    Im abgelaufenen Jahr 2015 hat der Hauptfachausschuss des IDW den Entwurf der überarbeiteten Rechnungslegungsstellungnahme zu den Anhangangaben für das Abschlussprüferhonorar (§ 285 Nr. 17 HGB und § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB) veröffentlicht. Dieser Entwurf enthält vor allem folgende Klarstellungen und Ergänzungen:

    • Grundsätzlich ist das Gesamthonorar des Abschlussprüfers i.S.v. § 318 HGB, d.h. der bestellten Wirtschaftsprüfungspraxis, angabepflichtig. Es wird weiterhin als sachgerecht erachtet, die von verbundenen Unternehmen (i. S. des § 271 Abs. 2 HGB) des Abschlussprüfers berechneten Honorare bei den Angaben der Kapitalgesellschaft zum Gesamthonorar der jeweiligen Kategorie zu berücksichtigen. Eine Pflicht besteht hierzu weiterhin nicht. Allerdings wird empfohlen, bei Einbezug des Honorars der verbundenen Unternehmen des Abschlussprüfers, dieses durch eine Davon-Angabe offenzulegen.
    • Das Gesamthonorar schließt weiterhin den berechneten Auslagenersatz (z. B. Tage- und Übernachtungsgelder, Fahrt- und Nebenkosten, Berichts- und Schreibkosten) ein. Klargestellt wurde, dass durchlaufende Posten, wie die Umsatzsteuer sowie einzeln zurechenbare Versicherungsprämien (z. B. im Rahmen der Erteilung von Comfort Lettern) nicht zum Gesamthonorar gehören.
    • Die Zuordnung von Leistungen zu der Kategorie Abschlussprüfungsleistungen erfolgt zukünftig – auf Grundlage einer Neudefinition – wenn sie unmittelbar durch die Abschlussprüfung veranlasst sind oder im Rahmen der Abschlussprüfung genutzt werden.
      • Unmittelbar veranlasst sind bspw. auch solche Leistungen, die mit dem Aufsichtsrat als Prüfungsschwerpunkt vereinbart wurden, wenn sie den Gegenstand der Abschlussprüfung betreffen, sowie im Zusammenhang mit Enforcement-Verfahren (DPR) erbrachte Leistungen.
      • Vom Abschlussprüfer genutzte Prüfungsleistungen, die einen direkten inhaltlichen Bezug zum Gegenstand der Abschlussprüfung haben und Prüfungsnachweise für die Abschlussprüfung liefern (bspw. prüferischeDurchsichten von Zwischenabschlüssen [vormals oft auch den anderen Bestätigungsleistungen zugeordnet], Prüfung der internen Kontrollen bei Auslagerung von Dienstleistungen nach IDW PS 951 oder forensische Untersuchungen bei festgestellten Verstößen, die sich auf die Rechnungslegung auswirken können).
      • Im Konzernanhang ist ebenfalls das vom Konzernabschlussprüfer berechnete Gesamthonorar anzugeben. Neben den Honoraren für Leistungen an das Mutterunternehmen, den vollkonsolidierten Tochterunternehmen und den quotal konsolidierten Gemeinschaftsunternehmen sind nunmehr auch Honorare, die an assoziierte Unternehmen erbracht werden, einzubeziehen. Die Honorarbestandteile, die auf Leistungen an Gemeinschafts- und an assoziierte Unternehmen entfallen, sind lediglich entsprechend der Beteiligungsquote aufzunehmen. Die quotale Berücksichtigung galt bisher für die Gemeinschaftsunternehmen lediglich als Empfehlung.
      • Die Stellungnahme zur Rechnungslegung enthält nunmehr auch erstmals eine Anlage mit Beispielen für Leistungen der einzelnen Kategorien.

      Der IDW ERS HFA 36 n.F. soll für Abschlüsse gelten, die nach dem 31.12.2016 beginnen. Eine frühere Anwendung wird für zulässig erachtet, sofern alle darin enthaltenen Regelungen vollständig beachtet werden.

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