Frank Schröder

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Bilanzen: IDW EPS 350 n.F: Prüfung des Lageberichtes im Rahmen der Abschlussprüfung – Empfehlungen für den Aufsteller des Lageberichts

Mandanteninformation 8/2016

Der Hauptfachausschuss (HFA) des Institutes der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) hat in seiner 242. Sitzung am 3./4. Dezember 2015 den Entwurf einer Neufassung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung des Lageberichtes im Rahmen der Abschlussprüfung (IDW EPS 350 n.F.) verabschiedet.

Der Hauptfachausschuss (HFA) des Institutes der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) hat in seiner 242. Sitzung am 3./4. Dezember 2015 den Entwurf einer Neufassung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung des Lageberichtes im Rahmen der Abschlussprüfung (IDW EPS 350 n.F.) verabschiedet.

Anlass für den Änderungsentwurf ist die Tatsache, dass durch das BilRuG eine Beurteilung des Lageberichtes dergestalt in den Bestätigungsvermerk Einzug findet, als dass die gesetzlichen Vorschriften zur Aufstellung des Lageberichts beachtet wurden. Außerdem liegt mit dem DRS 20 seit einiger Zeit ein Standard für die Erstellung eines Konzernlageberichts vor.

Zunächst stellt sich die Frage, ob die Regelungen des DRS 20 auch für Lageberichte nach § 289 HGB (also Lageberichte zum Einzelabschluss) anzuwenden sind. Grundsätzlich gilt, dass das DRSC nach § 342 HGB nicht ermächtigt ist, GoB für den Jahresabschluss und den dazugehörigen Lagebericht zu bestimmen. Dennoch wird im DRS 20 eine Anwendung der Regelungen von DRS 20 auch für den Lagebericht nach §289 HGB empfohlen. Der HFA ist aber der Auffassung, dass die Anforderungen gemäß § 289 HGB das Soll-Objekt für den Lagebericht darstellen und somit auch die Grundlagen für die Prüfung respektive Aufstellung des Lageberichts nach § 289 HGB bilden. Gleichwohl ist der DRS 20 insbesondere in den Textziffern, die eine Konkretisierung von gesetzlichen Vorschriften zur Lageberichtsaufstellung darstellen, von Bedeutung auch für den Lagebericht nach § 289 HGB.

Neuerungen, die den Ersteller des Lageberichts betreffen, ergeben sich im Wesentlichen in den folgenden Bereichen:

  • Prognosebericht
    Der Abschlussprüfer muss sich ein Verständnis über die Vorkehrungen und Maßnahmen zur Ermittlung der prognostischen Angaben erarbeiten. Daneben sollten die Planungsgrundlagen grundsätzlich belegt sein.
  • Angaben im Chancen- und Risikobericht
    Der Abschlussprüfer muss bei der Beurteilung der Vollständigkeit der wesentlichen Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung alle ihm im Rahmen der Abschlussprüfung und darüber hinaus zugegangen Informationen einbeziehen. Er musssich auch mit der Wirksamkeit der Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme) zur vollständigen Erfassung und Bewertung der wesentlichen Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung beschäftigen.
  • Lageberichtsfremde Angaben, nicht prüfbare Angaben und Querverweise
    Lageberichtsfremd sind solche Angaben, die weder nach §§289, 289a oder 315 HGB vorgeschrieben sind noch von DRS 20 gefordert sind. Nicht prüfbare Angaben sind dem Wortlaut entsprechend nicht belegbar. In Abhängigkeit davon, ob es sich bei den nicht prüfbaren Angaben um lageberichtsfremde oder lageberichtstypische Angaben handelt, können sich Konsequenzen für den Bestätigungsvermerk ergeben (je nach Bedeutung: Hinweis oder Einschränkung/Versagung). Lageberichtsfremde Angaben (beispielsweise Nachhaltigkeitsberichte) können regelmäßig nicht zur Einschränkung oder Versagung der Bestätigung führen.
  • System zur Aufstellung des Lageberichts
    Der Abschlussprüfer muss ein Verständnis über die Prozesse der Aufstellung des Lageberichts erlangen, um den Lagebericht als Ganzes beurteilen zu können. Insbesondere in diesem Zusammenhang sei auch auf die durch den HFA verdeutlichte Anwendung des risikoorientierten Prüfungsansatzes auf die Lageberichtsprüfung hingewiesen. Hierdurch wird ein Bezug zwischen der Größe und Komplexität des zu prüfenden Unternehmens und den Systemen zur Aufstellung des Lageberichts hergestellt.

Was sollte der Aufsteller des Lageberichts künftig beachten?

  • Der Lagebericht ist dahingehend zu überprüfen, ob nicht prüfbare Angaben enthalten sind. Gegebenenfalls sind diese Angaben so zu gestalten, dass sie belegbar sind und damit auch prüfbar werden.
  • Lageberichtsfremde Angaben sollten von den lageberichtstypischen Angaben eindeutig abgegrenzt werden und als nicht geprüft gekennzeichnet werden
  • Die der Aufstellung zugrunde gelegten Maßnahmen und Vorkehrungen (Systeme) sollten dokumentiert und auch beachtet werden, insbesondere bei Bearbeitung des Prognoseberichts sowie des Chancen- und Risikoberichts.
  • Die Informationskategorien des DRS 20 sollten auch bei Lageberichten nach § 289 HGB beachtet werden.

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