Frank Schröder

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Director, Head of Marketing & Communications

Büro Düsseldorf
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Beratungsbedarf bei Fondsstrukturierungen nach der Investmentsteuerreform 2018

Mandanteninformation 03/2018

Auch nach dem zum 01.01.2018 in Kraft getretenen neuen Investmentsteuergesetz können bestimmte Investmentvermögen (sog. Spezial-Investmentfonds) ähnlich dem bis Ende 2017 gültigen Investmentsteuergesetz transparent besteuert werden.

Auch nach dem zum 01.01.2018 in Kraft getretenen neuen Investmentsteuergesetz können bestimmte Investmentvermögen (sog. Spezial-Investmentfonds) ähnlich dem bis Ende 2017 gültigen Investmentsteuergesetz transparent besteuert werden. In diesem Fall werden den Anlegern die Fondserträge direkt zugerechnet und es findet insofern auf Fondsebene keine Besteuerung statt. Voraussetzung ist ein einheitlich für alle Anleger auszuübendes Wahlrecht (sog. Transparenzoption). Die im Regelfall (unter steuerlichen Aspekten) vorteilhafte Ausübung der Transparenzoption sollte dabei anlegerspezifisch genau analysiert werden, für Investoren in Form von Pensionskassen und Versorgungswerken wäre dies regelmäßig nicht präferabel.

Spezial-Investmentfonds stehen zwar prinzipiell nur institutionellen Anlegern zur Verfügung. Allerdings können die steuerlichen Auswirkungen aufgrund der oftmals hohen Anlagesummen hier besonders gravierend sein. Gerade dieser Anlegerkreis sollte daher aus steuerlichen Gründen erwägen, das für Investmentfonds (vormals Publikumsfonds) Anfang dieses Jahres neu eingeführte intransparente Besteuerungssystem auch für einen Spezial-Investmentfonds zu nutzen.

In dem ab dem 01.01.2018 geltenden Regime unterliegen Investmentfonds auf Fondsebene nur mit bestimmten inländischen Einkünften wie z. B. Dividenden oder Immobilienerträge der Körperschaftsteuer. Im Gegenzug für diese steuerliche Vorbelastung kommt der Anleger jedoch in den Genuss pauschaler Teilfreistellungen. Die Höhe der Teilfreistellungsätze hängt sowohl von der Vermögenssphäre (Privatvermögen, Betriebsvermögen EStG/KStG) in der die Anteile gehalten werden, als auch von der investmentsteuerlichen Fondskategorie (Aktienfonds, Mischfonds, Immobilienfonds) ab. Ein Aktienfonds muss bspw. fortlaufend mehr als 51 % seines Wertes in Aktien investieren. Die pauschale Teilfreistellung für körperschaftsteuerpflichtige Anleger beträgt in diesem Fall 80 %. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Analyse der steuerlichen Vorteilhaftigkeit an. Denn wesentlicher Vorteil des intransparenten Steuerregimes ist, dass die hohen Teilfreistellungen auch die in der Direktanlage ansonsten voll steuerpflichtigen Fondserträge (z. B. Zinserträge) begünstigen. Je nach Asset-Allokation auf Fondsebene kann es insofern zu definitiven, teils erheblichen Steuerentlastungen kommen. Einen weiteren Vorteil stellen die geringeren bzw. nicht existenten Abweichungen zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz dar – dies bedeutet eine erhebliche Vereinfachung im Rahmen des Tax Accounting.

Allerdings sollte im Rahmen der Fondsstrukturierung jeder Fall sorgfältig analysiert werden, denn die intransparente Besteuerung kann ggf. nachteilig sein. So sind die unmittelbar mit Fondserträgen zusammenhängenden Ausgaben nur anteilig (in Höhe der Teilfreistellungsquote) zum Abzug zugelassen. Ebenso können ausländische Quellensteuern, insbesondere auf ausländische Dividendeneinkünfte, anders als bei Ausübung der Transparenzoption nicht angerechnet werden. Gravierende Folgen haben auch Änderungen des anwendbaren Teilfreistellungssatzes bzw. der Wegfall der Voraussetzungen der Teilfreistellungen; beides führt zu einer steuerlichen Veräußerungsfiktion des Fondsanteils und der damit verbunden Zwangsrealisierung stiller Reserven.

Abschließend ist festzuhalten, dass das Fondssetup als Investment- oder Spezialinvestmentfonds eine „Sackgasse“ darstellt, da ein steuerneutraler Wechsel zwischen den beiden Regimen ausgeschlossen ist. Die steuerliche Fondsstruktur sollte also wohl überlegt sein.

Unsere Spezialisten unterstützen Sie gerne bei der Durchführung einer entsprechenden Modellrechnung.

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