Verrechnungspreise im Visier der Betriebsprüfer

Erstellt von Birgit Düsterloh | |  Audit & Advisory

Grenzüberschreitende Geschäfte zwischen verbundenen Unternehmen rücken immer stärker ins Visier der steuerlichen Betriebsprüfer. Betroffen sind nicht nur international tätige Großkonzerne, sondern auch deutsche Mittelständler mit ausländischen Beteiligungen. Er wird genau geprüft, ob die transnationalen Verrechnungspreise angemessen sind, damit der jeweilige inländische Fiskus keine Steuereinnahmen verliert. Grundlage sind das Außensteuergesetz (inbes. § 1 AStG) und die Abgabenordnung (insbes. § 90 Abs. 3 AO).

Dokumentation der Verrechnungspreise

Das in Deutschland steuerpflichtige leistungserbringende Unternehmen muss bei der Betriebsprüfung eine Verrechnungspreisdokumentation vorlegen, in der Regel auf Deutsch. Diese Anforderung besteht, sofern der ausländische Leistungsempfänger zu mindestens einem Viertel an ihm beteiligt ist oder einen beherrschenden Einfluss ausübt. Die Verrechnungspreisdokumentation soll zeigen, dass die Preise einem Fremdvergleich standhalten, also nicht ungerechtfertigt zu einer Einnahme- und damit Steuerminderung in Deutschland führen. Die Dokumentation enthält folgende Teile:

  • Sachverhalt: Hier stellen Sie die organisatorische Struktur und die Beteiligungsverhältnisse im Konzern dar.
  • Art und Umfang der Geschäftsbeziehungen: Beschreiben Sie die Lieferung von Waren, die Dienstleistungen (einschließlich Mitarbeiterentsendung, Beratung, Finanztransaktionen) und auch die Überlassung von Nutzungsrechten (Lizenzen). Es muss deutlich werden, an welches verbundene Unternehmen im Ausland was genau zu welchem Verrechnungspreis geleistet wurde.
  • Funktions- und Risikoanalyse: Hier legen Sie dar, unter welchen Rahmenbedingungen die Leistungen erbracht wurden. Dazu gehören auch Verträge und die Lieferbedingungen (AGBs) mit marktüblichen Zahlungszielen und Zinshöhen.
  • Angemessenheit der Verrechnungspreise: Dieser Abschnitt enthält die Verrechnungspreisanalyse. Sie müssen für jeden Geschäftsvorfall bzw. für Gruppen gleicher Geschäftsvorfälle erklären, nach welcher Methode der Verrechnungspreis ermittelt wurde und warum (vorrangig Kostenaufschlags-, Wiederverkaufspreis- oder Preisvergleichsmethode).

Gute Strategie und Vorbereitung

Warten Sie nicht, bis das Finanzamt die Dokumentation anfordert. Dann laufen nämlich Vorlagefristen von 60 bzw. 30 Tagen. Für eine Verlängerung brauchen Sie nun gute Gründe, und bei Nichterfüllung droht eine Hinzuschätzung bzw. ein Zuschlag von 5 bis 10 % sowie ein "Strafzuschlag" ab 100 Euro pro Tag.

Bereiten Sie sich daher vorausschauend und gründlich auf die Verrechnungspreisdokumentation vor und ziehen Sie Ihren Wirtschaftsprüfer hinzu.