Immaterielle Vermögensgegenstände: DRSC veröffentlicht Entwurf zu Rechnungslegungsstandard

Erstellt von Baker TillyAudit & Advisory

Das DRSC hat am 13. Mai 2015 einen Entwurf zu einem Rechnungslegungsstandard „E-DRS 32 Immaterielle Vermögensgegenstände im Konzernabschluss“ veröffentlicht, der nun bis zum 17. Juli 2015 zur Diskussion gestellt ist. Ziel des Entwurfs ist es, Vorschriften zu konkretisieren und offene Detailfragen zu klären, vor dem Hintergrund der vielfältigen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Ansatz und der Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen. Insbesondere die Änderung des Aktivierungsverbots von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in ein Aktivierungswahlrecht im Rahmen des BilMoG führte zu einem weiteren Bedarf an Konkretisierungen.

Der „E-DRS 32 Immaterielle Vermögensgegenstände im Konzernabschluss“ beinhaltet zunächst eine Definition für immaterielle Vermögensgegenstände sowie die Kriterien für die Abgrenzung von materiellen und immateriellen Vermögensgegenständen. So wird als immaterieller Vermögensgegenstand ein „nichtfinanzieller Vermögensgegenstand ohne bedeutende physische Substanz“ gesehen. In Fällen von zusammengesetzten Gütern soll grundsätzlich eine getrennte Betrachtung bei eigenständigen Vermögensgegenständen durchgeführt werden, jedoch davon abweichend in speziellen Fällen eine Bestimmung der Wesensart des Vermögensgegenstands durch dessen Hauptkomponente erfolgen.

Der Entwurf befasst sich sodann mit Klarstellungen hinsichtlich Sachfragen, die im Zusammenhang mit dem Ansatz von immateriellen Vermögensgegenständen auftreten. Insbesondere werden bei Vermögensgegenständen in ihrer Entstehung Fragestellungen zu Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten einschließlich einer entsprechenden Zuordnung der Kosten thematisiert. Daneben wird auch auf nachträgliche Veränderungen eingegangen, die je nach Ausprägung qualifiziert werden als  Modifikation (grundsätzlich nachträgliche Herstellungskosten) oder Wesensänderung (neuer immaterieller Vermögensgegenstand mit Wahlrecht zur Aktivierung gem. § 248 Abs. 2).

Anschließend befasst sich der Entwurf mit Fragen zur Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände. Hier wird vor allem auf die erstmalige Bilanzierung sowie auf den Beginn und das Ende der Erfassung von Anschaffungs- und Herstellungskosten abgestellt. Des Weiteren wird im Rahmen der Regeln zur Folgebewertung klargestellt, dass bei zeitlich begrenzt nutzbaren Vermögensgegenständen diese planmäßig über die unternehmensindividuelle Nutzungsdauer abzuschreiben sind. Bei selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens soll in den Ausnahmefällen, in denen die Nutzungsdauer nicht verlässlich geschätzt werden kann, eine Abschreibung über 10 Jahre erfolgen. In denjenigen Fällen, in denen bei erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen zwar eine zeitlich unbegrenzte Nutzungsdauer gegeben ist, jedoch diese nur durch regelmäßige Erhaltungsaufwendungen (z.B. regelmäßige Werbung für eine Marke) erreicht werden kann, ist dieser planmäßig abzuschreiben.

Daneben wurden zusätzlich auch Regeln zum Ausweis und Anhangsangaben aufgenommen. Hier erfolgen sowohl Klarstellungen als auch Hinweise zu gegebenen Möglichkeiten und Empfehlungen zu Sondersachverhalten.

Der „E-DRS 32 Immaterielle Vermögensgegenstände im Konzernabschluss“ soll nach momentanem Stand anzuwenden sein für Geschäftsjahre mit Beginn nach dem 31. Dezember 2016. Eine frühere vollumfängliche Anwendung soll nach Inkrafttreten zulässig sein und wird empfohlen werden.