IFRS 15 - Mehr Umsatz als bisher?

Fünf Schritte sind zukünftig bei der Verbuchung von Umsatzerlösen zu gehen:

  1. Identifikation des Kundenvertrags,
  2. Identifikation der vertraglichen Leistungsverpflichtung(en),
  3. Bestimmung der Gegenleistung(en),
  4. Zurechnung der Gegenleistung(en) auf die Leistungsverpflichtung(en) und
  5. Umsatzerlöserfassung bei Kontrollübergang.


Wie sich die Neuregelungen auf die bisherige Bilanzierungspraxis bei einem Unternehmen konkret niederschlagen, lässt sich pauschal nicht sagen. Hierzu muss man sich die neuen Regelungen im Detail ansehen und sorgfältig an dem jeweiligen Geschäftsmodell des Unternehmens spiegeln. Bedeutsam wird dabei auch die Branche und ihre jeweilige Geschäftspraxis sein. Auswirkungen in der Bilanzierungspraxis sind beispielsweise bei Mehrkomponentenverträgen und bei variablen Gegenleistungen zu erwarten. So legt IFRS 15 nunmehr Kriterien fest, nach denen ein Kundenvertrag in verschiedene Leistungskomponenten zu zerlegen ist mit der Folge unterschiedlicher und anderer Umsatzrealisationszeitpunkte als bisher. Weiterhin dürften variable Gegenleistungen Auswirkungen auf die Erlöserfassung haben; denn solche sind nach IFRS 15 bei der Ermittlung der Gegenleistung auf Grundlage einer Schätzung zu berücksichtigen. Tendenziell wird damit die Umsatzrealisation zeitlich vorverlagert.

IFRS 15 ist für das Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1.1.2017 beginnt, unter Berücksichtigung von Übergangsregelungen retrospektiv anzuwenden. Der Standard kann freiwillig vorzeitig angewendet werden. Von der EU ist IFRS 15 bisher noch nicht übernommen. Es empfiehlt sich eine frühzeitige Analyse der neuen Vorschriften, um Gestaltungspotential zu nutzen und Überraschungen zu vermeiden.