IASB veröffentlicht Änderungen an IAS 1 sowie an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28

Erstellt von Patrick Helsper | |  Audit & Advisory

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat am 18. Dezember 2014 Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses sowie einen Änderungsstandard zu IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 veröffentlicht. Die Änderungen an IAS 1 sind Bestandteil der Initiative zur Verbesserung von Angabepflichten (Disclosure Initiative). Der Änderungsstandard zu IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 behandelt die Ausnahme von der Konsolidierungspflicht für Investmentgesellschaften.

          1. Änderungen an IAS 1 im Rahmen der Disclosure Initiative

              Die wichtigsten Änderungen an IAS 1 umfassen:

                • Klarstellende Regelung, dass unwesentliche Anhangangaben nicht zu machen sind, und zwar auch dann nicht, wenn ihre Angabe in anderen Standards ausdrücklich verlangt wird.
                • Erläuterungen zur aufgegliederten oder zusammengefassten Darstellung von Ausweiszeilen in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung je nach Wesentlichkeit der Gliederungsposten.
                • Klarstellende Regelungen zur Darstellung von Anteilen am Sonstigen Ergebnis, die auf at equity bewertete Unternehmen entfallen, in der Gesamtergebnisrechnung.
                • Klarstellung, dass die Struktur des Anhangs unter Berücksichtigung der unternehmensindividuellen Relevanz und Vergleichbarkeit der Angaben festzulegen ist.

                2. Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 bezüglich der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht für Investmentgesellschaften

                In dem Änderungsstandard zu IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 werden 3 Fragestellungen geklärt, die sich auf die Ausnahme von der Konsolidierungspflicht nach IFRS 10 beziehen, wenn das Mutterunternehmen die Kriterien einer „Investmentgesellschaft“ erfüllt:

                • Ein Unternehmen kann die Konsolidierungsausnahme auch dann anwenden, wenn das übergeordnete Mutterunternehmen seine Tochtergesellschaften zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 10 bilanziert.
                • Ein Tochterunternehmen, das selbst die Kriterien einer Investmentgesellschaft erfüllt und Dienstleistungen für die Anlagetätigkeit des Mutterunternehmens erbringt, ist nicht zu konsolidieren.
                • Ein Investor, der nicht die Kriterien einer Investmentgesellschaft erfüllt und die Equity Methode auf ein Joint Venture oder ein assoziiertes Unternehmen anwendet, kann die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert beibehalten, die das Beteiligungsunternehmen auf seine Beteiligungen an Tochterunternehmen anwendet.

                Außerdem hat das IASB in dem Änderungsstandard festgelegt, dass von Investmentgesellschaften, die alle ihre Tochterunternehmen zum beizulegenden Zeitwert bewerten, die nach IFRS 12 erforderlichen Angaben zu Investmentgesellschaften zu machen sind.

                Sowohl die Änderungen an IAS 1, als auch an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 sind – entsprechendes EU-Endorsement vorausgesetzt – erstmals in Geschäftsjahren anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist zulässig.