Das müssen Unternehmen bei der Erstellung ihres Lageberichts beachten

Erstellt von Birgit Düsterloh | |  Audit & Advisory

Der Lagebericht ist ein eigenständiges Rechnungslegungsinstrument neben dem Jahresabschluss. Kapitalgesellschaften, also auch die typische mittelständische GmbH, sind gesetzlich verpflichtet, einen Lagebericht aufzustellen, sofern sie nicht zu den „kleinen“ Gesellschaften zählen (§ 264 Abs. 1 Handelsgesetzbuch/HGB). Der Lagebericht muss ein Bild über die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens vermitteln und die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken beurteilen und erläutern (§ 289 HGB). Entsprechendes gilt für Konzernlageberichte (§ 315 HGB).

Standard DRS 20

Die Rechnungslegungsvorschriften im HGB sind interpretationsbedürftig und auch nicht vollständig, etwa im Hinblick auf internationale Vorschriften. Deshalb gibt es einen Standard des Deutschen Rechnungslegungs Standard Committees (DRSC). Die aktuelle Version DRS 20 ist für nach dem 31.12.2012 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden. DRS 20 gilt verpflichtend zwar nur für Konzernlageberichte, nach herrschender Meinung beinhaltet er aber auch wesentliche Leitlinien für Lageberichte zu Einzelabschlüssen. Im Folgenden die wichtigsten Anforderungen des DRS 20.

Grundsätze

Damit die Lageberichterstattung plausibel und nachprüfbar ist, müssen folgende Grundsätze eingehalten werden: Vollständigkeit, Verlässlichkeit und Ausgewogenheit, Klarheit und Übersichtlichkeit, Vermittlung aus Sicht der Unternehmensleitung, Wesentlichkeit und Informationsabstufung (neu im DRS 20). Neben dem Vergleich zum vorangegangenen Berichtszeitraum sind auch die Entwicklungen bis zum Erstellungszeitpunkt mit zu berücksichtigen.

Gliederungsvorschlag

  • Grundlagen des Unternehmens: Geschäftsmodell, Struktur, ggf. Forschungs- und Entwicklung sowie Standorte/Zweigniederlassungen
  • Wirtschaftsbericht: Darstellung, Analyse und Beurteilung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage, Gesamt-Beurteilung der Entwicklung
  • Nachtragsbericht: wesentliche Vorgänge nach Ende des Berichtszeitraums
  • Prognose-, Chancen- und Risikobericht: Beurteilung der Entwicklung über einen Prognosezeitraum von mindestens einem Jahr
  • Risikoberichterstattung Finanzinstrumente: besondere Risikobewertung im Zusammenhang mit den verwendeten Finanzinstrumenten.

Einen Lagebericht, den Sie für Ihre GmbH oder Kapitalgesellschaft erstellen, stimmen Sie in der Regel eng mit Ihrem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer ab. Fragen Sie ihn nach der Anwendung der DRS 20 und prüfen Sie gegebenenfalls, wie Sie die wichtigen Adressaten des Berichts, insbesondere Gesellschafter und Banken, (noch) besser zufriedenstellen können.