Praxis der IFRS-Berichterstattung

17.08.2016

 

Eine empirische Analyse ausgewählter Anhangangaben mittelständischer Unternehmen in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Isabel von Keitz von der Fachhochschule Münster

Der Anhang gilt gemeinhin als eine der größten Herausforderungen eines IFRS-Abschlusses. So stehen die IFRS-Anwender zunächst vor der Aufgabe, alle möglichen Angabepflichten, die in den verschiedenen Standards und Interpretationen des IASB-Regelwerkes enthalten sind, zusammenzustellen. Dienlich hierbei sind Anhang-Checklisten, die z. B. von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften jährlich herausgegeben werden. Aus diesen in den Checklisten zusammengefassten annähernd 1.000 einzelnen Angabepflichten müssen die Unternehmen die herausfiltern, die unter Beachtung der Wesentlichkeit und Wirtschaftlichkeit für sie relevant sind. Wobei das IASB-Regelwerk bisher wenig Hilfestellung bei der Beurteilung der Wesentlichkeit und Wirtschaftlichkeit von Angabepflichten bietet. Im Rahmen der praktischen Umsetzung der (relevanten) Angaben bleibt schließlich vielfach die Frage, in welcher Art und Weise (Form, Detaillierungsgrad etc.) und wo im Anhang die jeweiligen Angaben zu machen sind. Die Adressaten wiederum bemängeln, dass die relevanten, entscheidungsnützlichen Informationen häufig aufgrund der Vielzahl der weniger relevanten Informationen im Anhang untergehen („disclosure overload“), die Angaben vielfach nicht hinreichend unternehmensspezifisch und z. T. wenig verständlich sind.

Der IASB hat diese Disclosure-Problematik erkannt und im Januar 2013 ein Disclosure-Projekt initiiert, mit dem durch verschiedene kurz- bis mittelfristig zu realisierende Teilprojekte der Anhang verbessert werden soll. Mit den im Dezember 2014 verabschiedeten Änderungen des IAS 1 wurde das erste Teilprojekt der Disclosure-Initiative abgeschlossen. Diese Änderungen im IAS 1 sehen u. a. Klarstellungen im Hinblick auf die Wesentlichkeiten von Anhangangaben sowie die Struktur des Anhangs vor. Im Rahmen von weiteren Teilprojekten sollen insbesondere Änderungen des IAS 7 (Kapitalflussrechnung), eine Konkretisierung des Grundsatzes der Wesentlichkeit, übergeordnete Disclosure-Grundsätze erarbeitet sowie die bestehenden Angabepflichten überprüft werden. Wann die einzelnen Teilprojekte abgeschlossen werden und welche konkreten Verbesserungen diese den Erstellern und Adressaten bringen, bleibt abzuwarten. Bis dahin müssen die Unternehmen, unter Beachtung der ab dem 01.01.2016 zu beachtenden Änderungen des IAS 1, die oben genannten Fragen bei der Anhangerstellung wie gehabt nach eigenem Ermessen klären. Die vorliegende Studie soll hierbei Hilfestellung geben.

Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde die praktische Umsetzung ausgewählter, in der Praxis besonders fraglicher Angabepflichten erhoben und ausgewertet. Untersucht wurden die IFRS-Konzernabschlüsse von 54 im TecDAX bzw. SDAX notierten Unternehmen. Die analysierten Erkenntnisse über die Unterschiede in der IFRS-Berichterstattung, die Praxisempfehlungen sowie die anhand von Auszügen aus den Anhängen exemplarisch dargestellte „Best Practice“ der ausgewählten Angabepflichten können allen IFRS-Anwendern in den nächsten Jahren bei der Erstellung ihrer IFRS-Abschlüsse behilflich sein.

Download:

Management Summary (PDF): Praxis der IFRS-Berichterstattung

Gesamte Studie kostenlos anfordern:

Kontaktformular