Das Unternehmen als Opfer von Wirtschaftskriminalität

Eine viktimologische Untersuchung: Public und Private Sector im Vergleich

Zahlreiche Unternehmen werden jedes Jahr Opfer von Wirtschaftskriminalität. Der wirtschaftliche Schaden und der Image-Schaden sind in den meisten Fällen erheblich. Das ist zunächst einmal keine neue Erkenntnis. Unternehmen konnten sich auf die Bedrohung einstellen und in ihren Schutz, ihr Compliance Management, investieren. Aber wie sieht die Praxis aus? Haben sie das auch umgesetzt? Diesen Fragen ist Baker Tilly gemeinsam mit der Universität Leipzig nachgegangen und hat Unternehmen als potentielle Opfer in den Fokus der aktuellen Studie „Das Unternehmen als Opfer von Wirtschaftskriminalität“ gestellt. Die vorliegende wissenschaftliche Untersuchung liefert damit die Komplementärperspektive zu der 2009 erschienenen Studie „Der Wirtschaftsstraftäter in seinen sozialen Bezügen“, in deren Mittelpunkt die Typologisierung von Tätern stand.

Ziel der aktuellen Studie ist es herauszufinden, wie es tatsächlich um den Schutz der Unternehmen bestellt ist und daraus eine Typologie der Opfer zu entwickeln, aus der die Unternehmen ihr Optimierungspotential ableiten können. Dabei wurden Unternehmen aus den Bereichen Public und Private Sector miteinander verglichen.

Das Ergebnis der Befragung ist alarmierend: 83 Prozent der Unternehmen im Public und 78 Prozent im Private Sector sind nicht professionell geschützt (nicht auf der Stufe „Professionally Protected“), d. h. sie verfügen über kein vollständiges Compliance Management System, das umfassenden Schutz vor Wirtschaftskriminalität bieten würde. 17 Prozent aller öffentlichen Unternehmen haben überhaupt keine Compliance Tools und immerhin 16 Prozent im Private Sector. Das Thema Compliance ist offensichtlich noch nicht bei allen Unternehmen angekommen.

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Alexander Wagner

Partner

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Das Unternehmen als Opfer von Wirtschafts-Kriminalität (RölfsPartner-Archiv)

 

Der Wirtschaftsstraftäter in seinen sozialen Bezügen (RölfsPartner-Archiv)