Vorsicht im Co-Working-Space

Erstellt von Dr. Christian Engelhardt | |  BTadvice 2019-Q3

Erfindungen, Werke und Geschäftsgeheimnisse in Gruppenarbeitsplätzen

Co-Working ist schon länger ein Trend, insbesondere unter Start-ups und insbesondere in kreativen oder technologiegetriebenen Bereichen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Flexibilität, Kostenersparnis, zuverlässig verfügbare Infrastruktur und nicht zuletzt die Möglichkeit der informellen Kooperation und des Austauschs.

Dabei ist jedoch auch Vorsicht geboten, gerade in den Geschäftsbereichen und –modellen für die diese Arbeitsumgebung besonders interessant und sinnvoll ist. Die meist offene Architektur und das informelle Umfeld öffnen Tür und Tor für den unregulierten Zugriff auf vertrauliche Informationen und Entwicklungsergebnisse anderer Nutzer. Hinzu kommt, dass sich einige Nutzer über die damit verbundenen Risiken möglicherweise nicht hinreichend bewusst sind. Sie setzen so unter Umständen ohne es zu wollen oder auch ohne zu merken den Schutz ihrer Entwicklungen und damit deren wirtschaftlichen Wert aufs Spiel. Dieses Risiko ist grundsätzlich vermeidbar.

Nutzer von Co-Working-Spaces sollten zum einen auf simple Sicherheitsmaßnahmen achten, z. B. ihre Laptops zu sperren, wenn diese gerade unbeaufsichtigt sind, keine Ausdrucke in Druckern liegen zu lassen und sicherzustellen, dass andere Nutzer nicht frei auf Bildschirme blicken können. Darüber hinaus gilt es, sich darüber bewusst zu werden, welche Informationen und Entwicklungsergebnisse unbedingt vertraulich bleiben müssen, weil diese beispielsweise potentiell patentierbare Erfindungen enthalten oder ein Geschäftsgeheimnis im Sinne des Gesetzes zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen (GeschGehG) darstellen. In beiden Fällen ist die kontinuierliche Vertraulichkeit Voraussetzung für deren Schutz. Gleichermaßen ist es geboten, potentiell urheberrechtlich schutzfähige Werke wie Konzepte, Businesspläne, Software usw. zunächst sicherheitshalber geheim zu halten, zumal der urheberrechtliche Schutz zwar keine Vertraulichkeit erfordert aber diese oftmals gleichzeitig Geschäftsgeheimnisse darstellen oder enthalten und in vielen Fällen relativ leicht nachgeahmt werden können, ohne dass darin zwingend eine Urheberrechtsverletzung liegen muss.

Schließlich sollten Nutzer solcher offenen Arbeitsumgebungen bei deren Auswahl sorgfältig prüfen, ob der Anbieter/Vermieter hinreichende Sicherheitsmaßnahmen, Zugangskontrollen usw. eingerichtet hat und u. a. datenschutzrechtliche Vorgaben einhält.

Zurück