Umsatzsteuerliche Behandlung von Bitcoin

Erstellt von Kathrin Rauch | |  BTadvice 06/2018

Bitcoin und andere sog. virtuelle Währungen sind als die „Währung der Zukunft“ derzeit in aller Munde. Mittlerweile finden die sog. Kryptowährungen auch im Alltag immer mehr Verbreitung und Akzeptanz. Das Bundesministerium der Finanzen hat mit Schreiben vom 27. Februar 2018 (III C 3 –S 7160-b/13/10001) zu den umsatzsteuerlichen Aspekten der Verwendung, Generierung sowie Aufbewahrung von Kryptowährungen Stellung genommen.

Darüber hinaus wurde der Umsatzsteueranwendungserlass in Abschnitt 4.8.3 um einen Abs. 3a entsprechend ergänzt. Es setzt damit das EuGH-Urteil vom 22. Oktober 2015 (C-264/14, „Hedqvist“) um. Das Schreiben ist in allen offenen Fällen anzuwenden.

Davon nicht betroffen sind sog. Spielwährungen oder Ingame-Währungen (z. B. virtuelles Spielgeld in Onlinespielen), da diese kein Zahlungsmittel i. S. d. MwStSystRL darstellen.

Bei dem Umtausch von konventionellen Währungen (gesetzlichen Zahlungsmittel) in Kryptowährungen und umgekehrt handelt es sich nach Meinung des BMF um eine steuerbare sonstige Leistung, die nach § 4 Nr. 8 lit. b UStG umsatzsteuerfrei ist. Die Verwendung von Kryptowährungen als Entgelt wird der Verwendung von konventionellen Zahlungsmitteln gleichgestellt soweit sie keinem anderen Zweck als dem eines reinen Zahlungsmittels dienen. Die Hingabe von Kryptowährungen zur bloßen Entgeltentrichtung ist folglich nicht steuerbar.

Das Bitcoin-System basiert auf einer von den Teilnehmern gemeinsam verwalteten dezentralen Datenbank in welcher alle Transaktionen aufgezeichnet werden (sog. Blockchain). Bevor eine Transaktion ausgeführt werden kann, muss sie vom Bitcoin-Netzwerk bestätigt werden. Diese Aufgabe wird von Bitcoin-Nutzern (sog. Miner) übernommen, die hierfür Ihre Rechenkapazität zur Verfügung stellen. Für die erfolgreiche Verifizierung von Transaktionen erhalten die Miner wiederum neu geschaffene Bitcoins. Es werden allerdings deutlich mehr Transaktionsaufträge aufgegeben, als die Miner verarbeiten können. Über die Höhe der Überweisungsgebühren (Transfer-fee) kann jeder Nutzer frei entscheiden, wie viel er dem Miner für die Abwicklung seiner Transaktion zahlt, wobei Zahlungen mit höheren Gebühren bevorzugt bestätigt werden. Bei beiden erbrachten Leistungen (Mining und Transfer-fee) findet laut BMF-Schreiben kein Leistungsaustausch statt, da diese freiwillig gezahlt werden und folglich in keinen unmittelbaren Zusammenhang mit der Leistung stehen. Dasselbe gelte – mangels identifizierbaren Leistungsempfänger – für die Entlohnung in Form des Erhalts neuer Bitcoins durch das System selbst. Es handelt sich somit um nicht steuerbare Vorgänge.

Die Kryptowährung eines Teilnehmers wird in einer sog. Wallet (engl. für Geldbeutel) aufbewahrt. Eine Wallet kann z. B. eine Smartphone App sein, die aus einem App Store heruntergeladen werden kann. Soweit der Anbieter für die Bereitstellung der Wallet eine Gebühr verlangt, liegt eine auf elektronischem Weg erbrachte sonstige Leistung i. S. d § 3a Abs. 5 S. 2 Nr. 3 UStG vor, welche nach Maßgaben des § 3a Abs. 2 bzw. § Abs. 5 S. 1 UStG steuerbar und steuerpflichtig ist, soweit der Leistungsort im Inland liegt. 

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