Der neue Rechnungsstandard ZUGFeRD 2.0 ist veröffentlicht

Erstellt von Thorsten Lorenzen | |  Blog

Am 13.03.2019 veröffentlichte das "Forum elektronische Rechnung Deutschland" (FeRD) seinen neuen Rechnungsstandard ZUGFeRD 2.0. Das Rechnungsformat erfüllt nun vollständig die europäische Norm EN16931 und ist im Einklang mit der europäischen Richtlinie 2014/55/EU vom 16. April 2014. Um die europäischen Rechnungsformate zu vereinheitlichen, wurde das Format in Kooperation mit dem französischen Forum FNFE-MPE entwickelt.

Die elektronische Rechnung ist inzwischen ein fester Bestandteil vieler Digitalisierungsprojekte in Unternehmen. Mit der europäischen Richtlinie 2014/55/EU und der anschließenden nationalen Umsetzung nahm der Gesetzgeber zwar vor allem die öffentlichen Auftraggeber in die Pflicht, ihre Rechnungsstellung sowie ihren Rechnungsempfang zu digitalisieren und mit einer strukturierten XML-Datei abzuwickeln. Aus Effizienzgründen ist die elektronische Rechnung aber aus dem täglichen Geschäftsverkehr und damit für alle Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Daneben können für Unternehmen die gesetzlichen Umsetzungsfristen relevant sein, sofern sie Rechnungen an öffentliche Auftraggeber stellen oder von diesen zukünftig elektronische Rechnungen erhalten. Neben den Effizienzgründen und den gesetzlichen Anforderungen ist die elektronische Rechnung für alle Wirtschaftsteilnehmer ein Service-Bestandteil. Unternehmen wie auch Endkunden verarbeiten und speichern inzwischen in hohem Umfang die Rechnungen elektronisch.

Der neue ZUGFeRD 2.0-Standard ist wie auch schon der alte Standard ein hybrides Rechnungsformat. Hybrid bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine optisch lesbare PDF mit integriertem XML-Code in einer Datei als Rechnung versendet wird. Diese Lösung hat gegenüber dem ebenfalls EU-Norm kompatiblen Standard XRechnung, der speziell für den elektronischen Rechnungsaustausch zwischen der öffentlichen Hand und ihren Zulieferern entwickelt wurde, einen großen Vorteil. Während die XRechnung ausschließlich ein reiner XML-Datensatz ist, ist die ZUGFeRD 2.0-Rechnung auch in Form einer optischen PDF einsehbar. Dadurch wird für Geschäftspartner, die keine elektronischen Rechnungen im XML-Format verarbeiten können oder aber auch private Endkunden, die Nutzung vereinfacht bzw. ermöglicht. Die Verarbeitung kann entweder durch das optisch-lesbare PDF oder automatisiert durch die eingebettete XML-Datei erfolgen. Aus diesem Grund kann das Format gerade auch mit kleineren und mittelständischen Unternehmen genutzt werden. Neben dieser erhöhten Flexibilität in der Verarbeitung ist für viele Unternehmen, die bereits eine elektronische Rechnungsverarbeitung implementiert haben, wichtig, dass alle Informationen in nur einer Datei versendet werden. Denn viele der implementierten Rechnungseingangslösungen können immer nur eine Datei pro Rechnung verarbeiten. Weitere Dateien für bspw. Anlagen können nicht in Verbindung mit der Rechnung erkannt und verarbeitet werden. Manuelle Nacharbeiten sind in diesen Fällen notwendig.

Das neue Format ZUGFeRD 2.0 kann im nationalen wie auch internationalen Rechnungsverkehr genutzt werden. Es ist in fünf statt bisher in drei (ZUGFeRD 1.0-Standard) - Profilen verfügbar, um auch spezielle Anforderungen an die Inhalte der Rechnung zu erfüllen. Während das MINIMUM und das BASIC WL-Profil lediglich Buchungshilfen darstellen, gemäß UstG aber nicht als vollständige Rechnung anerkannt werden, erfüllen die Profile BASIC, COMFORT und EXTENDED die Anforderungen an das UstG und unterscheiden sich in der Ausprägung ihrer Rechnungsbestandteile. 
Nach der Veröffentlichung der EU-Norm wurde das neue ZUGFeRD 2.0-Format erwartet. Es ist ein wichtiger Schritt im Rahmen der weiteren Verarbeitung von elektronischen Rechnungen. Baker Tilly hat schon viele Unternehmen bei der Digitalisierung der Rechnungsprozesse unterstützt. Gerne unterstützen wir auch Sie dabei, die Potentiale zur Digitalisierung in Ihrem Unternehmen zu identifizieren und zu heben. Sprechen Sie uns an.  
 

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