BMF veröffentlicht Änderungen zur Verlustverrechnung bei unterjähriger Abspaltung

Erstellt von Karl-Heinz Linnenberg | |  BTadvice 06/2018

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat mit Schreiben vom 23. Februar 2018 die Verlustverrechnung bei unterjährigen Abspaltungen an die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zu § 8c KStG für den Fall des unterjährigen Beteiligungserwerbs angepasst und den Umwandlungssteuererlass entsprechend geändert. Die Änderung soll in allen offenen Fällen angewandt werden.

Nach der bisherigen Auffassung der Finanzverwaltung durfte bei einer Abspaltung auf einen unterjährigen Übertragungsstichtag eine Verrechnung des im laufenden Wirtschaftsjahr erzielten Gewinns mit den nicht genutzten Verlusten der Vorjahre nicht erfolgen. Folglich führte eine Abspaltung immer zu dem Erlöschen aller (anteiligen) Verluste und negativen Einkünfte, die bei der übertragenden Körperschaft steuerlich hätten geltend gemacht werden können.

Künftig kann ein bis zum Übertragungsstichtag im laufenden Wirtschaftsjahr erzielter Gewinn mit noch nicht genutzten Verlusten aus Vorjahren verrechnet werden. Dies bedeutet, dass die (anteiligen) Verluste der übertragenden Körperschaft in der Höhe abziehbar bleiben, in der im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum Zeitpunkt der Abspaltung ein Gewinn erzielt wurde. Maßgebend ist dabei der im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum Abspaltungszeitpunkt erwirtschaftete Gesamtbetrag der Einkünfte. Das Ergebnis des gesamten Wirtschaftsjahres ist nach wirtschaftlichen Kriterien aufzuteilen.

Bezüglich Organschaften regelt der geänderte Umwandlungssteuererlass nunmehr, dass die Berechnung von Verlusten bei negativem Organeinkommen stichtagsbezogen vorzunehmen ist.

Ferner unterliegt bei einer unterjährigen Abspaltung bei einem Organträger das zu diesem Zeitpunkt noch nicht zugerechnete Organeinkommen einer Organgesellschaft nicht der Verlustabzugsbeschränkung. Folglich erlöschen bei unterjährigen Abspaltungen die laufenden Verluste und negativen Einkommen von Organgesellschaften nicht, es sei denn sie wurden bereits dem Organträger zugeordnet.

Die Berechnung von Verlusten ist stichtagsbezogen vorzunehmen. Verrechnungen von Verlusten bei unterjährigen Abspaltungen sind nunmehr möglich. Das bis zur Abspaltung nicht zugerechnete Organeinkommen unterliegt nicht der Verlustabzugsbeschränkung. 

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