Betrugsmasche CEO-Fraud: Weltweiter Schaden in Milliardenhöhe

Erstellt von Alexander Wagner | |  Fraud • Risk • Compliance

Die Betrugsmasche ist nicht neu aber umso dreister und in Deutschland bei weitem kein Einzelfall mehr: Betrüger geben sich in E-Mails an Mitarbeiter eines Unternehmens als Chefs aus, um Geld zu ergaunern. Nun hat das US-amerikanische Federal Bureau of Investigation (FBI) aktuelle Zahlen zur Dimension des sogenannten „CEO-Frauds“ veröffentlicht: Demnach lag der finanzielle Schaden zwischen Oktober 2013 und Mai 2018 weltweit bei umgerechnet rund 10,5 Milliarden Euro – die Dunkelziffer dürfte noch deutlich höher liegen. Dennoch sind Unternehmen den Betrügern nicht schutzlos ausgeliefert. Einfache Gegenmaßnahmen und intelligente Sicherheitssysteme können Firmen dabei helfen, das Risiko zu verringern, Opfer eines Betrugsversuches zu werden.

Die Statistik des FBI umfasst insgesamt knapp 80.000 Fälle weltweit. Dies sind allerdings nur die gemeldeten Fälle. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da bei weitem nicht alle Fälle gemeldet werden. Allein im besonders für diese Art des Betrugs anfälligen Immobiliensektor hat sich die Anzahl der Angriffe von 2015 bis 2017 mehr als verzehnfacht.

Um sich zu schützen, ist es für Unternehmen wichtig zu verstehen und nachzuvollziehen, wie die Täter vorgehen und wie leicht die Betrüger an Unternehmensdaten aus dem Darknet oder einfach nur bei einer öffentlichen Firmenveranstaltung gelangen. Ein effektiver Schutz fängt zum Beispiel schon bei einer ausführlichen Schulung der Belegschaft, insbesondere der Kollegen aus der Buchhaltung oder dem Rechnungswesen, an. Hier helfen klare Prozesse und Richtlinien, ohne die im konkreten Fall keine Zahlung veranlasst werden darf. Zudem lassen sich intelligente Sicherheitsmaßnahmen implementieren, die helfen können, das Risiko zu verringern.

Zudem sollten sich Unternehmen auf ein entsprechendes Krisenmanagement im Ernstfall vorbereiten: Im konkreten Betrugsfall ist sofort die Hausbank zu unterrichten sowie Kontakt mit der Empfängerbank aufzunehmen. Auch hausinterne Sofortmaßnahmen sowie eine Anzeigenerstattung bei den Strafverfolgungsbehörden in Deutschland können dazu beitragen, den Schaden zu begrenzen.
 

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