Marktumfeld nutzen und Buchgewinne realisieren

|  Real Estate 9/2015

Die Nachfrage nach Immobilien war seit langem nicht mehr so groß wie heute, das gilt insbesondere für Immobilien in Deutschland. Jeden Tag gibt es neue Meldungen in der Tages- und Fachpresse, dass Objekte zu Höchstpreisen den Eigentümer wechseln und mittlerweile sogar wieder Aufschläge für größere Investments und Portfolien gezahlt werden.

Die Nachfrage nach Immobilien war seit langem nicht mehr so groß wie heute, das gilt insbesondere für Immobilien in Deutschland. Jeden Tag gibt es neue Meldungen in der Tages- und Fachpresse, dass Objekte zu Höchstpreisen den Eigentümer wechseln und mittlerweile sogar wieder Aufschläge für größere Investments und Portfolien gezahlt werden.

Gründe für Höchstpreise und Aufschläge gibt es genug – allen voran das stabile wirtschaftliche und politische Umfeld in Deutschland sowie historisch niedrige Zinsen, die eine Fremdkapitalaufnahme erleichtern und attraktive Alternativanlagen zur Mangelware machen. Hinzu kommt der Wunsch vieler privater Investoren, ihr Geld langfristig zu sichern sowie die Aufgabe der institutionellen Anleger, große Volumina investieren zu müssen. Nicht selten setzt dann noch der bekannte Herdentrieb ein, wie man ihn auch an der Börse in euphorischen Zeiten beobachten kann, im Sinne von „Was alle kaufen (wollen), kann wohl nicht so schlecht sein und man will ja schließlich nicht leer ausgehen“.

Bei einer derart hohen Nachfrage steigen naturgemäß die Kaufpreise. Steigen die Mieten in einem ähnlichen Verhältnis wie die Kaufpreise, kann man davon ausgehen, dass es zu keiner sogenannten Blasenbildung kommt und sich der Trend fortsetzt. Bleiben die Mieten an einzelnen oder allen Standorten deutlich zurück, steigt die Gefahr einer Blasenbildung und damit einer Preisüberhitzung. Diese kann mit dem Zusammenspiel weiterer Faktoren zu einer abrupten Abkühlung – also einem Preissturz – oder zumindest zu einem Preis- und/oder Investitions-Stopp führen, was zuletzt sehr eindrucksvoll und nachhaltig im Zuge der Wirtschafts- und Immobilienkrise 2007/2008 zu beobachten war. Es hat im Anschluss viele Jahre gedauert, bis sich der Immobilienmarkt in Deutschland wieder von diesem Schock erholt hat.

Niemand vermag verbindlich einzuschätzen, ob und wann die nächste Krise kommt. Die aktuelle Marktsituation bietet jedoch in hohem Maße Anlass, um über den Verkauf von Immobilien nachzudenken. Seien es als Investment gekaufte Objekte, Unternehmensimmobilien, die nicht mehr benötigt werden oder selbstgenutzte Immobilien, die verkauft und bei Bedarf zurück gemietet werden.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Immobilien in den Top-Standorten steigen die Preise weiter und die Renditen geraten unter Druck. Aus diesem Grund haben viele Investoren ihre Investitionskriterien angepasst und kaufen nicht mehr ausschließlich in A-Lagen, sondern inzwischen verstärkt stabilisierte oder opportunistische Objekte in B- und C-Lagen, sofern diese nachhaltig Potenzial haben. Hier ist es zudem auch noch möglich, einen Ankauf in kurzer Zeit erfolgreich zu realisieren, und nicht wie so häufig in mehrstufigen zeit- und kostenintensiven Bieterverfahren am Schluss leer auszugehen.

Diese Entwicklung bietet somit auch Immobilienverkäufern mit Objekten in bislang nur moderat nachgefragten Lagen die Chance für einen Exit.

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