Gute Nachrichten für ausländische, private Immobilieneigentümer?

|  Real Estate 9/2015

Eines der Risiken, die sich aus dem Eigentum von ausländischem Immobilienvermögen ergeben, lag schon immer in den unterschiedlichen Erbschaftsregelungen der verschiedenen Länder im Hinblick auf den Eigentumsübergang im Todesfall. Es hat sich daher seit jeher bewährt, diesbezüglich einen ortsansässigen Berater hinzuzuziehen und einen nach den Regelungen des jeweiligen Landes geltenden letzten Willen zu verfassen, um im Todesfall etwaige Komplikationen zu verringern.

Eines der Risiken, die sich aus dem Eigentum von ausländischem Immobilienvermögen ergeben, lag schon immer in den unterschiedlichen Erbschaftsregelungen der verschiedenen Länder im Hinblick auf den Eigentumsübergang im Todesfall. Es hat sich daher seit jeher bewährt, diesbezüglich einen ortsansässigen Berater hinzuzuziehen und einen nach den Regelungen des jeweiligen Landes geltenden letzten Willen zu verfassen, um im Todesfall etwaige Komplikationen zu verringern.

Die ab 17. August 2015 geltende Änderung des Europarechts – genannt Brüssel 4 – wird womöglich den Besitz von Immobilien in anderen EU-Staaten vereinfachen. Nach den neuen Regelungen kann jeder die für die Übertragung seines Eigentums geltende EU-Rechtsordnung frei wählen. Während Großbritannien (gemeinsam mit Irland und Dänemark) sich für einen Ausstieg aus dieser Regelung entschieden haben, gelten die neuen Vorschriften für in anderen EU-Staaten gelegene Immobilien. Standardmäßig greifen die Rechtsvorschriften des Landes, in dem der Verstorbene seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Diese Standardregelung kann jedoch außer Kraft gesetzt werden, durch die oben genannte Wahlmöglichkeit oder in Fällen, in denen die Verbindungen des Verstorbenen zu einem anderen Staat bedeutend stärker sind als zu dem Staat seines gewöhnlichen Aufenthalts.

Die Einführung von Brüssel 4 ist eine willkommene und pragmatische Vereinfachung, die jedoch mögliche Fragestellungen aufwirft, die aus den Normen zur Behandlung der Übertragung im Todesfalle der unterschiedlichen Staaten stammen.

Einer der größten daraus resultierenden Vorteile besteht darin, dass britische Staatsbürger mit Immobilien in Europa nicht mehr länger durch die Vorschriften des in vielen europäischen Ländern geltenden „Pflichtteilsrechts“ wie z. B. in Frankreich gebunden sind, nach denen die Immobilie nur an bestimmte Familienmitglieder (für gewöhnlich die Kinder) vererbbar ist. Dies eröffnet unter Umständen die Möglichkeit einer bis dato nicht möglichen britischen Erbschaftsteuerplanung.

Während es sich bei Brüssel 4 eindeutig um gute Nachrichten handelt, ist nach wie vor Sorgfalt geboten um sicherzustellen, dass sowohl die regionalen steuerrechtlichen Vorschriften als auch die britische Erbschaftsteuer ordnungsgemäße Anwendung finden. Professionelle Berater sind sich darüber einig, dass zum momentanen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden kann, welche Auswirkungen einige Aspekte der Neuregelung auf die Praxis haben werden. Vom Standpunkt nicht-britischer Investoren mit Immobilien in Großbritannien die Opt-Out-Ausübung durch Großbritannien bedeutet die keinerlei Änderungen, so dass für diesen Fall immer noch britisches Recht relevant ist.

Brüssel 4 ist daher ein guter Anlass, die im Hinblick auf Ihr im EU-Ausland liegendes Immobilienvermögen getroffene Regelung zu überprüfen.

MHA MacIntyre Hudson

MHA MacIntyre Hudson hat sich auf die Immobilien- und Baubranche spezialisiert. Wir glauben, dass die Zusammenarbeit mit Finanzberatern und Strategen mit einem umfassenden Verständnis dieser Branche Ihnen nicht nur zu einem schnelleren Wachstum verhelfen wird, sondern auch dazu beitragen wird, Ihr Vermögen zu sichern. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.macintyrehudson.co.uk.

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