Kündigungsoptionen: IASB mit Änderungen an IFRS 9

|  Mandanteninformation 12/2017

Der IASB hat im Oktober eine Änderung von IFRS 9 veröffentlicht (Prepayment Features with Negative Compensation – Amendments to IFRS 9). Hintergrund dieser Änderung ist die bisher strittige Regelung in IFRS 9.B4.1.11(b) zur Kategorisierung und Bewertung von Finanzinstrumenten mit symmetrischen Kündigungsklauseln.

Der IASB hat im Oktober eine Änderung von IFRS 9 veröffentlicht (Prepayment Features with Negative Compensation – Amendments to IFRS 9). Hintergrund dieser Änderung ist die bisher strittige Regelung in IFRS 9.B4.1.11(b) zur Kategorisierung und Bewertung von Finanzinstrumenten mit symmetrischen Kündigungsklauseln. Diese würden wegen der Kündigungsklauseln das bewertungsrelevante Zahlungsstromkriterium zwar nicht erfüllen, dürfen aber dennoch at amortised cost oder at fair value through other comprehensive income bewertet werden, sofern im Kündigungsfall die vorzeitige Zahlung neben Tilgungs- und Zinsbestandteilen nur eine angemessene „zusätzliche Entschädigung“ für die Vorfälligkeit enthält. Unklar war, ob auch solche Fälle eingeschlossen sind, in denen die kündigende Vertragspartei eine Entschädigung erhält (und nicht zahlt).

Die vom IASB veröffentlichen Änderungen sollen nun eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bzw. erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) auch für solche finanziellen Vermögenswerte mit vorzeitiger Rückzahlungsoption ermöglichen, bei denen eine Partei bei Kündigung eine angemessene Entschädigung erhält oder zahlt (angemessenes negatives Entgelt).

Die ergänzten Änderungen sehen vor, dass die schon bisher geltende Ausnahme für Entschädigungszahlungen im Kündigungsfall auch insoweit zutreffen können, als das dort erwähnte angemessene Entgelt für die vorzeitige Kündigung negativ ist, d. h. de facto ein Entgelt für die kündigende Partei darstellt. Die ergänzende Regelung machte es notwendig, die bestehende Ausnahmeregelung dahingehend abzuändern, dass diese dem Wortlaut nach nur mehr auf „angemessenes Entgelt“ (anstatt wie bisher auf „angemessenes zusätzliches Entgelt“) abstellt.

Die neue Regelung ist retrospektiv in Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine frühere freiwillige Anwendung ist zulässig (IFRS 9.7.1.7).

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