BFH: 30.11.2016: Zuzahlungen des Arbeitnehmers mindern geldwerten Vorteil im Rahmen der 1-%-Regelung

|  MandantenInformation 5/2017

Wie bisher ist die Überlassung eines betrieblichen Pkw durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer für dessen Privatnutzung als Arbeitslohn (geldwerter Vorteil) zu werten und führt zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers.

Wie bisher ist die Überlassung eines betrieblichen Pkw durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer für dessen Privatnutzung als Arbeitslohn (geldwerter Vorteil) zu werten und führt zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers. Steht der Vorteil dem Grunde nach fest, ist dieser entweder nach der 1-%-Regelung oder nach der Fahrtenbuchmethode zu ermitteln und zu versteuern.

Der BFH hat aktuell (Urteil vom 30.11.2016 – VI R 49/14) entschieden, das ein vom Arbeitnehmer bezahltes Nutzungsentgelt oder vom Arbeitnehmer im Rahmen der privaten Nutzung einzelne (individuell) getragene Kosten (z. B. Kraftstoffkosten) den Wert des geldwerten Vorteils aus der Nutzungsüberlassung mindern. Dies gilt unabhängig davon, ob der geldwerte Vorteil im Rahmen der Fahrtenbuchmethode oder nach der 1-%-Regelung ermittelt wird.

Ein geldwerter „Nachteil“ kann aus der Überlassung eines Dienstwagens zur Privatnutzung aber nicht entstehen. Liegen die vom Arbeitnehmer getragenen Kosten bzw. das Nutzungsentgelt über dem geldwerten Vorteil, so kann der übersteigende „Restbetrag“ nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit abgezogen werden. Selbst dann nicht, wenn die Eigenleistungen des Arbeitnehmers den Wert der privaten Dienstwagennutzung und den der Nutzung des Fahrzeugs zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte übersteigen. Ein verbleibender „Restbetrag“ bleibt daher immer ohne steuerliche Auswirkungen.

Der Wert des geldwerten Vorteils aus der Dienstwagenüberlassung kann durch Zuzahlungen des Arbeitnehmers also lediglich bis zu einem Betrag von 0 € gemindert werden.

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