Neue Fassung der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Handelsrechtliche Rechnungslegung bei Personenhandelsgesellschaften (IDW RS HFA 7 n. F.)

|  Mandanteninformation 03/2018

Die neue Fassung der Rechnungslegungsstellungnahme zur Handelsrechtlichen Rechnungslegung von Personenhandelsgesellschaften wurde vom IDW in der Februar 2018 Ausgabe der IDW Life veröffentlicht.

Die neue Fassung der Rechnungslegungsstellungnahme zur Handelsrechtlichen Rechnungslegung von Personenhandelsgesellschaften wurde vom IDW in der Februar 2018 Ausgabe der IDW Life veröffentlicht.

Diese Stellungnahme ersetzt die bislang geltende Stellungnahme IDW RS HFA 7 i. d. F. vom 06.02.2012. Die Neufassung gilt für die Aufstellung von Abschlüssen für Zeiträume, die nach dem 31.12.2018 beginnen. Eine frühere – vollumfängliche – Anwendung ist zulässig.

Die zentrale Änderung betrifft die Bilanzierung der (Bar-)Abfindung, welche durch die Personenhandelsgesellschaft für den ausscheidenden Gesellschafter geleistet wird.

Die IDW RS HFA 7 n. F. stellt klar, dass die Differenz zwischen dem Buchwert des Kapitalanteils des ausscheidenden Gesellschafters und dem Abfindungsbetrag erfolgsneutral zu behandeln ist.

Dabei ist ein positiver Differenzbetrag vorzugsweise mit dem verbleibenden Eigenkapital der Personenhandelsgesellschaft, d. h. mit den Kapitalanteilen der verbleibenden Gesellschafter und mit ggf. bestehenden Rücklagen, zu verrechnen (Verrechnungsmethode). Werden durch diese Verrechnung die Kapitalanteile von verbleibenden Gesellschafter negativ, sind diese als „Nicht durch die Vermögenseinlagen gedeckte Abfindungen an ausgeschiedene Gesellschafter“ getrennt nach Gesellschaftergruppen am Schluss der Bilanz auf der Aktivseite entsprechend § 264c Abs. 2 S. 5 und 6 HGB auszuweisen. Hierbei liegt gem. IDW RS HFA 7 n. F. Tz. 36a keine haftungsbegründende Einlagenrückgewähr nach § 172 Abs. 4 HGB vor. Allerdings dürfen Kommanditisten – vorbehaltlich abweichender Regelungen im Gesellschaftsvertrag oder eines abweichenden Gesellschafterbeschlusses – Gewinne erst dann wieder entnehmen, wenn ihre Kapitalanteile wieder den Betrag der bedungenen Einlage erreichen.

Alternativ zur Verrechnungsmethode ist es (weiterhin) zulässig, die anteilig auf den ausscheidenden Gesellschafter entfallenden und im Rahmen der Abfindung vergüteten stillen Reserven bei den Vermögensgegenständen zu aktivieren, deren Buchwerte stille Reserven enthalten (Aufstockungslösung). Dabei ist auch die nachträgliche anteilige Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens oder eines Geschäfts- oder Firmenwertes zulässig. In den Folgezeiträumen haben die Aufstockungsbeträge – bspw. bedingt durch planmäßige Abschreibungen – negative Ergebnisauswirkungen.

Weitere Anpassungen der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung sind im Zusammenhang mit der Abzinsung von Pensionsrückstellungen (Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie) mit aufgenommen wurden. IDW RS HFA 7 n. F: stellt klar, dass die gemäß § 253 Abs. 6 S. 2 HGB ausschüttungsgesperrten Beträge für die Frage des Wiederauflebens der Außenhaftung eines Kommanditisten den ausschüttungsgesperrten Beträgen nach § 268 Abs. 8 HGB gleichzustellen sind, d. h. von handelsrechtlichen Kapitalanteil abzuziehen sind.

Der ausschüttungsgesperrte Betrag gem. § 253 Abs. 6 S. 2 HGB (Vorschrift für alle Kaufleute) ist jedoch anders als die Beträge nach § 268 Abs. 8 HGB im Anhang oder unter der Bilanz von allen Personenhandelsgesellschaften anzugeben.

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