"Es geht darum, die sich bietenden Chancen zu nutzen und den Wandel zu managen."

Digitalisierung? Wo? Überall!
Digitalisierung betrifft die gesamte Wertschöpfungskette. Digitalisierung betrifft die Produktionsseite ebenso wie die Kundenseite, führt zur Veränderung der Geschäftsmodelle, bringt neue Geschäftsmodelle hervor und hilft Effizienzpotenziale zu heben. Die Top-Performer des unternehmerischen Mittelstandes stehen der Digitalisierung sehr offen gegenüber und begreifen die weitreichenden Änderungen, die mit ihr einhergehen, als Chance. Es besteht also das Grundverständnis, dass die Maschinen der Zukunft nicht mit Öl, sondern mit Daten laufen.

Chancen nutzen – Wandel managen
Was sind also die Kernbotschaften für den deutschen unternehmerischen Mittelstand, um mit der Digitalisierung Schritt zu halten und sich Wettbewerbsvorteile zu sichern? Obwohl die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft bereits Fahrt aufgenommen hat, steht sie sicherlich erst noch am Anfang und entwickelt sich rasant weiter fort. Da Deutschland nicht das Silicon Valley ist, darf dieser Prozess nicht als digitale Revolution verstanden, sondern sollte als digitale Evolution begriffen werden. Erforderlich ist daher ein nachhaltiges Managen dieses Wandels. Digitale Investitionen sind mittel- bis langfristig zu planen und umzusetzen, um bestehende Geschäftsmodelle und Ertragsstrukturen nicht zu gefährden. Es geht nicht darum, die bestehenden Tugenden des unternehmerischen Mittelstandes der Innovation, Qualität und Flexibilität über Bord zu werfen, sondern darum, die neuen technologischen Möglichkeiten aus der Digitalisierung durch diese Tugenden optimal zur Geltung zu bringen. Eine gewisse Offenheit ist dazu allerdings erforderlich, auch wenn es sich – wie immer bei unternehmerischen Entscheidungen – um Entscheidungen mit einer gewissen Unsicherheit handelt.

Neue Technologien – neuer Nutzen
Cloud Computing hat bereits an vielen Stellen in Unternehmen Einzug gehalten und ist eine Form der bedarfsgerechten und flexiblen Nutzung von IT-Leistungen. Diese werden in Echtzeit als Service über das Internet bereitgestellt und nach Nutzung abgerechnet. Damit ermöglicht Cloud Computing den Nutzern eine Umverteilung von Investitions- zu Betriebsaufwand.
Big Data bedeutet für Unternehmen Kunden- und Lieferantendaten genau und mehrdimensional zu analysieren und daraus u. a. wertvolle Erkenntnisse für Geschäftsentscheidungen oder für die Entwicklung neuer Produkte zu gewinnen.

Es sind diese und andere neue Technologien, mit denen Unternehmen unsere Zukunft gestalten und die sicherlich zu großen Veränderungen ganzer Industriezweige sorgen werden: So arbeitet beispielsweise der Miterfinder von Google Street View, Sebastian Thrun, bereits an einer neuen Innovation: dem Google Driverless Car – einem Auto, das keinen Fahrer mehr braucht. Natürlich sind deshalb die etablierten Automobilhersteller damit beschäftigt, ihre Geschäftsmodelle zu sichern. Sie sind durch diese „Erdrutsch-Innovationen“ aus anderen Bereichen gewarnt. Dies ist nur ein Beispiel, das zeigt, was für eine enorme Welle der Veränderungen auf Unternehmen zurollt und sollte die Zweifler der Digitalisierung verstummen lassen.

Die Geschwindigkeit dieser Entwicklung ist enorm. Und während die Belegschaft deutscher Unternehmen im Durchschnitt immer älter wird, nimmt die Innovationsgeschwindigkeit stetig zu. Kunden fragen zunehmend nach Mehrwert, der Trend geht entweder zum Hochpreis- oder zum Low-Cost-Segment. Die Mitte stirbt zunehmend aus, während eine Vielzahl von Unternehmen die Zeichen der Zeit offenbar immer noch nicht erkannt hat: So laufen im Moment in Deutschland rund 80 % der Onlineumsätze über nicht einmal 100 Unter­nehmen. Ein Teil davon über Internetplattformen wie zum Beispiel Amazon, Zalando oder FlixBus, also über ganz neue Geschäftsmodelle, die es vor einigen Jahren noch gar nicht gab. Höchste Zeit also für Unternehmen, die eigenen Geschäftsmodelle zu überprüfen und die Digitalisierung als Chance zu ergreifen.

Digitalisierung 2020
Digitalisierung verlangt somit den Einsatz des gesamten betriebswirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Instrumentariums. Denn wenn wir am Ende der Digitalisierungsphase, also in etwa 10 bis 15 Jahren, fragen: „Was sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg?" Dann wird das zusammengefasste Ergebnis wieder heißen: Innovationen bei Produkten und Fertigungstechnologien, qualifizierte Mitarbeiter und die Kosten nicht aus den Augen verlieren! Der typische betriebswirtschaftliche Dreisprung also!


Jeder Mittelständler sollte sich fragen:

  • Was kaufen Kunden der Zukunft? Wie kaufen Kunden der Zukunft?
  • Wie informieren sich Kunden der Zukunft und wie kommunizieren sie?
  • Wie werden Kundenwünsche zukünftig produziert?
  • Wie wird Kundenwünschen zukünftig entsprochen?
  • Welche Folgen ergeben sich für Wertschöpfungsketten sowie Aufbau- und Ablauforganisationen der Unternehmen?
  • Wie sieht der „Arbeitsplatz der Zukunft“ in Ihrem Unternehmen aus?
  • Was bedeutet die Entwicklung für das Thema Datensicherheit?